Werbepsychologie in Kontaktanzeigen
Kurz noch zum Schreiben der Profiltexte selbst, dann werde ich ein paar Beispiele aufführen.
Was schreibt man da so?
"Lob dich mal richtig über den grünen Klee. Als würdest du eine Laudatio über dich selbst schreiben. Niemand will einen Trauerklos kennen lernen, der von sich selbst nichts hält. Deswegen sollte man seine Vorzüge herausstellen und sagen, warum man ein prima Zeitgenosse ist. Dabei geht es selbstverständlich um die Persönlichkeit, nicht um das Bankkonto!"
Bedenke: Schönheit kommt wirklich von Innen. Selbstbewusstsein wirkt auf viele positiv.
Aller Anfang ist schwer. Wenn Du nicht weißt, wie Du anfangen möchtest, dann lass es erstmal aus. Schreibe dann zunächst den Mittelteil, oder den Schluss. Ein Anfang findet sich noch. Manchmal braucht man auch keinen.
Komme ich zu einem interessanten Paradoxon aus der Werbepsychologie:
Solltest Du dich kurz beschreiben, dann wirkt es weitaus besser, wenn Du nur wenige Attribute verwendest.
Wie z.B. : Ich bin frech, verkuschelt und sportlich.
Wenn die Beschreibung deiner Eigenschaften (nicht unbedingt als Liste; bette es in einem Text ein) länger wird, verliert es an Wirkung.
ABER, und das ist das paradoxe, die Langzeitwirkung der knappen Beschreibung ist geringer als die der längeren. Je nach Art deines Profiltextes empfiehlt sich eine Mischung.
Nach der knappen, leicht zu merkenden Beschreibung, könnte man die Aufforderung der Kontaktaufnahme platzieren.

Nicht zu positiv
"Hüte dich davor dich als perfekt zu beschreiben, das ist niemand.
Stehen sie zu ihren Macken aber verpacken sie diese charmant:
Unordentlich? Nennen sie es kreatives Chaos!
Eher schüchtern? Also ein Ruhepol im Sturm."
Wenn Du deine Schwächen mit ein wenig Selbstironie nimmst, kann es durchaus sympathisch wirken.
"Schreib nicht, um alle glücklich zu machen. Das ist nicht nur unmöglich, sondern auch Deiner Reputation abträglich, da es Deine klare Meinung verwässert. Versuch auch nicht, den Ansprüchen aller Leser gerecht zu werden. Sei also ein Fels in der Brandung der Beliebigkeit."
Aber mach keine Seelenstrip, das hast Du nicht nötig.
Im Großen und Ganzen muss das Profil stimmig sein. Ein ganz schüchterner Text und dazu provokante Fotos passen nicht wirklich.
Dich dem Leser ein wenig vorzustellen erzeugt eine gewisse Familiarität.
Verwende keine Negationen.
Die werden nicht so gut verarbeitet, denn das Bewusstsein unterscheidet kaum zwischen "ein" und "kein". Darum versuche es mit positiver Logik. Der Effekt wird bewusst nur minimal wahrgenommen:
Negative Logik: "Das war keine Lüge"
Positive Logik: "Das war die Wahrheit." (Wirkt ein wenig stärker)
Habe ich was vergessen? Nun, vielleicht möchtest Du noch was über Suggestivfragen hören. Möchtest Du? Nicht wirklich oder? Keiner will _vielleicht_ etwas lesen. Keiner will ein _kleines_ Beispiel hören. Aber einen _wichtigen_ Hinweis, ja den will man sehen.
Spiel dich niemals herab!
Lese ich irgendwo "Vielleicht möchtest Du mir ja nun schreiben. Würd' mich freuen", also hier auch noch mit Konjunktiv, hole ich gleich meinen roten Stift. Kaum jemand antwortet auf sowas.
Schreib stattdessen:
"Schreib mir - Ich freu mich!
Bis gleich ;o)"
Freu dich also auf den wichtigen Unterpunkt der Suggestion:
Viele suchen in einem Profil, in einem Mann, ihr Alter Ego. Das heißt, sie suchen nach Gemeinsamkeiten um sich mit dir zu identifizieren.
Um den Leser zu überzeugen, dass Du das gleiche denkst, könnte man hier und da zu Suggestivfragen greifen. Fragen, die die Antwort schon unterstellen.
"Die Grundlage eines guten Profiltextes ist eine gute Basis. Da stimmst du mir doch sicherlich zu?"
Mit dieser Fragetechnik impliziert man schon die Antwort "Ja". Zu dem wiederholten positiven Feedback werde ich noch kommen. Aber Du siehst, dass man so jemanden seine Meinung schmackhaft machen kann.
Wo wir bei der Psychologie sind.
Die umgekehrte Psychologie kann noch verwendet werden. Sie funktioniert ganz einfach:
Denk jetzt bloß nicht an eine Zitrone!!
...
und?
Du hast an eine Zitrone gedacht, nicht wahr?
Das gleiche funktioniert auch mit: "Tapse mich bloß nicht" (Sofern Du das nicht zu ernst rüberbringst)
Sport verbindet.
Eine Weisheit, die bei Managern oft genutzt wird um Kontakte zu ihren Mitarbeitern zu knüpfen. Vielleicht gibst Du an, dass Du, sagen wir, gerne Fahrrad fährst, oder Joggen gehst. Das wäre doch ideal um jemanden näher kennen zu lernen.
Das Grundgerüst
Im Grunde ist dein Profil eine kleine Werbeanzeige. Warum also nicht nach der Strategie der Werbung aufbauen?
ADIA - Attention - Interest - Desire - Action
Und zwar in dieser Reihenfolge.
Ein Schlagwort, dass nicht selten fällt. Aufmerksamkeit, Interesse wecken, Verlangen, Aktion erzeugen.
Aufmerksamkeit kann man mit Fotos (dem Eyecandy), einem provokanten Cartoon oder einem kessen Spruch erringen.
Interesse wird in der Regel durch den Text erzeugt. Das Verlangen durch das Versprechen, der Illusion was sein könnte, hervorgerufen.
Und abgerundet wird es durch die Aktion, gefördert durch ein "Schreib mir!". Noch besser: "Schreib mir jetzt!" oder jede andere ähnliche Formulierung.
Ich glaub, dass die Abkürzung PPPP (Picture - Promise - Proof - Push) bei Gayromeo besser passt.
Picture - Sein wir doch mal ehrlich. Das Foto ist sehr ausschlaggebend.
Promise - das Versprechen: Eine kurze Einleitung, was den Leser erwartet.
Proof - die Bestätigung durch den Text: Du bist wirklich ein lieber.
Push - der Anstoß: Los, schreib mir!
Alternativ kann dieser Anstoß am Ende des Profils auch durch eine Frage ausgelöst werden.
Ja, gleich überstanden, die letzte Abkürzung:
KISS
Keep it short and simple
Fasse dich kurz und halte es einfach.
Denn nicht jeder da draußen ist ein Genie und hat ewig Zeit.
"Zeilenlange Abhandlungen darüber, warum man sich 'natürlich' von allen sächlichen Dingen der Welt trennen könne und ja ach so unmaterialistisch ist, sind einfach langweilig und beliebig."
Häufig wirkt es gut, wenn man nicht alles von sich preisgibt und in gewissen Belangen geheimnisvoll bleibt.
Ein guter Geschichten Erzähler verlässt seine Zuhörer immer mit dem Wunsch nach mehr. Wecke offen Neugierde. Sei ein guter Geschichten Erzähler!
Was schreibt man da so?
"Lob dich mal richtig über den grünen Klee. Als würdest du eine Laudatio über dich selbst schreiben. Niemand will einen Trauerklos kennen lernen, der von sich selbst nichts hält. Deswegen sollte man seine Vorzüge herausstellen und sagen, warum man ein prima Zeitgenosse ist. Dabei geht es selbstverständlich um die Persönlichkeit, nicht um das Bankkonto!"
Bedenke: Schönheit kommt wirklich von Innen. Selbstbewusstsein wirkt auf viele positiv.
Aller Anfang ist schwer. Wenn Du nicht weißt, wie Du anfangen möchtest, dann lass es erstmal aus. Schreibe dann zunächst den Mittelteil, oder den Schluss. Ein Anfang findet sich noch. Manchmal braucht man auch keinen.
Komme ich zu einem interessanten Paradoxon aus der Werbepsychologie:
Solltest Du dich kurz beschreiben, dann wirkt es weitaus besser, wenn Du nur wenige Attribute verwendest.
Wie z.B. : Ich bin frech, verkuschelt und sportlich.
Wenn die Beschreibung deiner Eigenschaften (nicht unbedingt als Liste; bette es in einem Text ein) länger wird, verliert es an Wirkung.
ABER, und das ist das paradoxe, die Langzeitwirkung der knappen Beschreibung ist geringer als die der längeren. Je nach Art deines Profiltextes empfiehlt sich eine Mischung.
Nach der knappen, leicht zu merkenden Beschreibung, könnte man die Aufforderung der Kontaktaufnahme platzieren.

Nicht zu positiv
"Hüte dich davor dich als perfekt zu beschreiben, das ist niemand.
Stehen sie zu ihren Macken aber verpacken sie diese charmant:
Unordentlich? Nennen sie es kreatives Chaos!
Eher schüchtern? Also ein Ruhepol im Sturm."
Wenn Du deine Schwächen mit ein wenig Selbstironie nimmst, kann es durchaus sympathisch wirken.
"Schreib nicht, um alle glücklich zu machen. Das ist nicht nur unmöglich, sondern auch Deiner Reputation abträglich, da es Deine klare Meinung verwässert. Versuch auch nicht, den Ansprüchen aller Leser gerecht zu werden. Sei also ein Fels in der Brandung der Beliebigkeit."
Aber mach keine Seelenstrip, das hast Du nicht nötig.
Im Großen und Ganzen muss das Profil stimmig sein. Ein ganz schüchterner Text und dazu provokante Fotos passen nicht wirklich.
Dich dem Leser ein wenig vorzustellen erzeugt eine gewisse Familiarität.
Verwende keine Negationen.
Die werden nicht so gut verarbeitet, denn das Bewusstsein unterscheidet kaum zwischen "ein" und "kein". Darum versuche es mit positiver Logik. Der Effekt wird bewusst nur minimal wahrgenommen:
Negative Logik: "Das war keine Lüge"
Positive Logik: "Das war die Wahrheit." (Wirkt ein wenig stärker)
Habe ich was vergessen? Nun, vielleicht möchtest Du noch was über Suggestivfragen hören. Möchtest Du? Nicht wirklich oder? Keiner will _vielleicht_ etwas lesen. Keiner will ein _kleines_ Beispiel hören. Aber einen _wichtigen_ Hinweis, ja den will man sehen.
Spiel dich niemals herab!
Lese ich irgendwo "Vielleicht möchtest Du mir ja nun schreiben. Würd' mich freuen", also hier auch noch mit Konjunktiv, hole ich gleich meinen roten Stift. Kaum jemand antwortet auf sowas.
Schreib stattdessen:
"Schreib mir - Ich freu mich!
Bis gleich ;o)"
Freu dich also auf den wichtigen Unterpunkt der Suggestion:
Viele suchen in einem Profil, in einem Mann, ihr Alter Ego. Das heißt, sie suchen nach Gemeinsamkeiten um sich mit dir zu identifizieren.
Um den Leser zu überzeugen, dass Du das gleiche denkst, könnte man hier und da zu Suggestivfragen greifen. Fragen, die die Antwort schon unterstellen.
"Die Grundlage eines guten Profiltextes ist eine gute Basis. Da stimmst du mir doch sicherlich zu?"
Mit dieser Fragetechnik impliziert man schon die Antwort "Ja". Zu dem wiederholten positiven Feedback werde ich noch kommen. Aber Du siehst, dass man so jemanden seine Meinung schmackhaft machen kann.
Wo wir bei der Psychologie sind.
Die umgekehrte Psychologie kann noch verwendet werden. Sie funktioniert ganz einfach:
Denk jetzt bloß nicht an eine Zitrone!!
...
und?
Du hast an eine Zitrone gedacht, nicht wahr?
Das gleiche funktioniert auch mit: "Tapse mich bloß nicht" (Sofern Du das nicht zu ernst rüberbringst)
Sport verbindet.
Eine Weisheit, die bei Managern oft genutzt wird um Kontakte zu ihren Mitarbeitern zu knüpfen. Vielleicht gibst Du an, dass Du, sagen wir, gerne Fahrrad fährst, oder Joggen gehst. Das wäre doch ideal um jemanden näher kennen zu lernen.
Das Grundgerüst
Im Grunde ist dein Profil eine kleine Werbeanzeige. Warum also nicht nach der Strategie der Werbung aufbauen?
ADIA - Attention - Interest - Desire - Action
Und zwar in dieser Reihenfolge.
Ein Schlagwort, dass nicht selten fällt. Aufmerksamkeit, Interesse wecken, Verlangen, Aktion erzeugen.
Aufmerksamkeit kann man mit Fotos (dem Eyecandy), einem provokanten Cartoon oder einem kessen Spruch erringen.
Interesse wird in der Regel durch den Text erzeugt. Das Verlangen durch das Versprechen, der Illusion was sein könnte, hervorgerufen.
Und abgerundet wird es durch die Aktion, gefördert durch ein "Schreib mir!". Noch besser: "Schreib mir jetzt!" oder jede andere ähnliche Formulierung.
Ich glaub, dass die Abkürzung PPPP (Picture - Promise - Proof - Push) bei Gayromeo besser passt.
Picture - Sein wir doch mal ehrlich. Das Foto ist sehr ausschlaggebend.
Promise - das Versprechen: Eine kurze Einleitung, was den Leser erwartet.
Proof - die Bestätigung durch den Text: Du bist wirklich ein lieber.
Push - der Anstoß: Los, schreib mir!
Alternativ kann dieser Anstoß am Ende des Profils auch durch eine Frage ausgelöst werden.
Ja, gleich überstanden, die letzte Abkürzung:
KISS
Keep it short and simple
Fasse dich kurz und halte es einfach.
Denn nicht jeder da draußen ist ein Genie und hat ewig Zeit.
"Zeilenlange Abhandlungen darüber, warum man sich 'natürlich' von allen sächlichen Dingen der Welt trennen könne und ja ach so unmaterialistisch ist, sind einfach langweilig und beliebig."
Häufig wirkt es gut, wenn man nicht alles von sich preisgibt und in gewissen Belangen geheimnisvoll bleibt.
Ein guter Geschichten Erzähler verlässt seine Zuhörer immer mit dem Wunsch nach mehr. Wecke offen Neugierde. Sei ein guter Geschichten Erzähler!
GDmaster - 22. Sep, 14:32
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