Anekdoten aus einem schwulen Leben XIII
Mein PC ist kaputt, ich muss diesen Text in den Computerräumen der Uni schreiben. Die Festplatte ist nun schon zum dritten Mal in zwei Jahren durchgebrochen, aber immerhin gab es damals zwei Jahre Garantie und nun wird er bei mir persönlich abgeholt, in einem kleinen Ort in Ostdeutschland repariert und schließlich nach einer Woche wiedergebracht, ohne dass ich etwas zahlen muss. Meine beste Freundin hat mich gefragt, wie ich das immer anstellen würde, weil ihr PC ist in den vielen Jahren noch kaputt gewesen, langsam ist er geworden, wenigstens, ja.
Es ist schon interessant, plötzlich ohne PC und damit weitgehend ohne Internet zu leben. Man macht zu Hause jetzt wieder andere Dinge, ich lese jetzt abends wieder ein Buch oder schalte den Fernseher ein. Ich lebe altmodisch. Und merke, wie selbstverständlich der Umgang mit den modernen Medien doch geworden ist. Nun kann ich nicht mehr schnell im Internet nach einer Information suchen, ich muss aus dem Sessel aufstehen und zum Regal laufen, um das Lexikon aufzuschlagen. Wann habe ich das letzte Mal in einem Lexikon geblättert, wenn doch der Brockhaus und die Wikipedia online zugänglich sind? Ich weiß es gar nicht mehr.
Es ist spät geworden, um mich herum wird es langsam leerer, die Sonne senkt sich und die Studenten gehen in den Abend. Ich würde jetzt wahrscheinlich zu Hause auf schwulen Plattformen wie GayRomeo oder dbna Messages austauschen, wenn ich nicht anderweitig verabredet wäre. Aber das ist an den PC's der Universität nicht erlaubt: Wer pornographische Seiten aufsucht, dessen Zugang wird gesperrt. Auch Communitys wie StudiVZ sind verboten. Ich weiß nicht, ob das jemand kontrolliert, aber ich möchte das Risiko momentan nicht eingehen. Schließlich ist die Uni momentan mein einziger Zugang zu den weiten Welten des Internets und der grenzenlosen, kostenlosen Information.
Ich kann morgens und abends nicht mehr meine Mails checken, ich kann nicht mehr schnell bei Spiegel Online schauen, was der Tag bisher gebracht hat und ich bekomme die neuesten News aus der Blogkultur nicht mehr mit. Ich telefoniere jetzt öfter mit Stefan, es ist irgendwie schön, mal wieder seine Stimme zu hören und nicht nur seine Notizen zu lesen. Doch es ist ja freilich nicht nur das Internet. Auf meinem PC lagern meine Musik, meine Dokumente und immerhin habe ich wenigstens einen Teil noch sichern können. Dennoch muss ich nun wieder Zettel schreiben und das Radio anstellen.
Aber ich jammere gerade zu sehr und muss daran denken, wie nervös ich wurde, als ich das letzte Mal mein Handy in der Uni liegenlassen habe und ich weiß eigentlich gar nicht, warum. Auf der einen Seite ist es der materielle Wert, auf der anderen Seite ist man aber nicht mehr ständig erreichbar. Wenigstens ist das Handy noch da. Und doch verlassen mich alle: Mein japanischer PC ist nun auf dem Weg nach Ostdeutschland und meine beste Freundin geht aus Ostdeutschland für ein Auslandssemester nach Japan. Wir werden ein Jahr lang nur telefonieren können und momentan liegt eine leichte Endzeitstimmung in der Luft.
Wird unsere Freundschaft überleben? Die Unwissenheit macht einen nervös und bei ihr hängt auch noch eine feste Partnerschaft dran. Wir sind aber immer noch guter Dinge und vielleicht ist es ja ein bisschen so wie bei meinem PC: Sie wird vom Flugzeug abgeholt, dann bringt der Abstand völlig neue Perspektiven in unsere Beziehung und schließlich wird sie wieder hergebracht. Aber ich fange an zu spinnen. Ein letzter Mitstudent verlässt den Computerraum, draussen ziehen kleine Nebelschwaden an den Laternen vorbei. In sieben Tagen ist der PC wieder da.
Anekdoten aus einem schwulen Leben.
Jeden Samstag auf Gay Dating Tricks!
Es ist schon interessant, plötzlich ohne PC und damit weitgehend ohne Internet zu leben. Man macht zu Hause jetzt wieder andere Dinge, ich lese jetzt abends wieder ein Buch oder schalte den Fernseher ein. Ich lebe altmodisch. Und merke, wie selbstverständlich der Umgang mit den modernen Medien doch geworden ist. Nun kann ich nicht mehr schnell im Internet nach einer Information suchen, ich muss aus dem Sessel aufstehen und zum Regal laufen, um das Lexikon aufzuschlagen. Wann habe ich das letzte Mal in einem Lexikon geblättert, wenn doch der Brockhaus und die Wikipedia online zugänglich sind? Ich weiß es gar nicht mehr.
Es ist spät geworden, um mich herum wird es langsam leerer, die Sonne senkt sich und die Studenten gehen in den Abend. Ich würde jetzt wahrscheinlich zu Hause auf schwulen Plattformen wie GayRomeo oder dbna Messages austauschen, wenn ich nicht anderweitig verabredet wäre. Aber das ist an den PC's der Universität nicht erlaubt: Wer pornographische Seiten aufsucht, dessen Zugang wird gesperrt. Auch Communitys wie StudiVZ sind verboten. Ich weiß nicht, ob das jemand kontrolliert, aber ich möchte das Risiko momentan nicht eingehen. Schließlich ist die Uni momentan mein einziger Zugang zu den weiten Welten des Internets und der grenzenlosen, kostenlosen Information.
Ich kann morgens und abends nicht mehr meine Mails checken, ich kann nicht mehr schnell bei Spiegel Online schauen, was der Tag bisher gebracht hat und ich bekomme die neuesten News aus der Blogkultur nicht mehr mit. Ich telefoniere jetzt öfter mit Stefan, es ist irgendwie schön, mal wieder seine Stimme zu hören und nicht nur seine Notizen zu lesen. Doch es ist ja freilich nicht nur das Internet. Auf meinem PC lagern meine Musik, meine Dokumente und immerhin habe ich wenigstens einen Teil noch sichern können. Dennoch muss ich nun wieder Zettel schreiben und das Radio anstellen.
Aber ich jammere gerade zu sehr und muss daran denken, wie nervös ich wurde, als ich das letzte Mal mein Handy in der Uni liegenlassen habe und ich weiß eigentlich gar nicht, warum. Auf der einen Seite ist es der materielle Wert, auf der anderen Seite ist man aber nicht mehr ständig erreichbar. Wenigstens ist das Handy noch da. Und doch verlassen mich alle: Mein japanischer PC ist nun auf dem Weg nach Ostdeutschland und meine beste Freundin geht aus Ostdeutschland für ein Auslandssemester nach Japan. Wir werden ein Jahr lang nur telefonieren können und momentan liegt eine leichte Endzeitstimmung in der Luft.
Wird unsere Freundschaft überleben? Die Unwissenheit macht einen nervös und bei ihr hängt auch noch eine feste Partnerschaft dran. Wir sind aber immer noch guter Dinge und vielleicht ist es ja ein bisschen so wie bei meinem PC: Sie wird vom Flugzeug abgeholt, dann bringt der Abstand völlig neue Perspektiven in unsere Beziehung und schließlich wird sie wieder hergebracht. Aber ich fange an zu spinnen. Ein letzter Mitstudent verlässt den Computerraum, draussen ziehen kleine Nebelschwaden an den Laternen vorbei. In sieben Tagen ist der PC wieder da.
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baumarktpflanze - 12. Jul, 00:01
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