Anekdoten aus einem schwulen Leben XIV
Verhütung ist Frauensache, denken sie und glauben gar nicht, wie schnell es gehen kann. Meine beste Freundin hat es mir erst diese Woche wieder gesagt. Dass die Präventionskampagnen relativ unbeachtet bleiben, dass Obst nicht gegen Geschlechtskrankheiten hilft und die Kondomophilie abnimmt, dass es auf der anderen Seite ein Vabanquespiel ist, all dass weiß man ja nicht erst seit gestern.
Und dennoch: Die Pharmaindustrie erweckt in ihren Anzeigen, dass man mit AIDS oder HIV prima leben könnte, schließlich gibt es ja Medikamente. Und es stimmt ja auch, dass man heute mit dem Virus im Körper ein angenehmes Leben führen kann und die Lebenserwartung inzwischen fast den Gesunden entspricht. AIDS und HIV wird dadurch zu einer Art der chronischen Erkrankung. Scheinbar sinkt die Angst davor, aber dass die Medikamente schwerwiegende Nebenwirkungen haben, ist fast niemanden bewusst.
Zum Beispiel bei Roland. Ich habe ihn für ein schwules Jugendmagazin interviewt, ich schrieb das bereits, und er erzählte mir von der Pein mit den Tabletten. Dass er manchmal stundenlang auf der Toilette sitzt, weil er wasserartige Durchfälle hat. Oder eiterartige Pickel im gesamten Gesicht, die erst nach fünf Monaten heilen. Erzählt, wie die Leute getratscht haben in der U-Bahn und auf der Straße. Merkt, dass er kaum noch Kraft hat. Dass er nicht mehr lange zu leben hat. Ist es das wert?
Was Roland mir erzählte, passte nicht in die heile Welt der Anzeigen. Ich habe mehrere Tage mit ihm gesprochen, ich habe danach heulend auf den Treppenstufen seiner Wohnung gesessen. Da sitzt ein todkranker Mensch vor einem und berichtet lakonisch und mit einem Lächeln von seinen Qualen. Das habe ich nicht verstanden, aber vielleicht versteht man das erst, wenn man in so einer Situation ist. Ein paar Wochen danach, das Interview war noch nicht veröffentlicht, rief mich Roland wieder an. Er hatte neue Medikamente bekommen.
Und sie schlugen an, ja. Innerhalb weniger Wochen senkte sich die Virenlast im Blut unter die Nachweisgrenze. Wir haben uns dann entschieden, ein zweites Interview zu führen. Roland hatte das Glück der richtigen Therapie. Diese Geschichte ist nun zwei Jahre her, er lebt immer noch, gottseidank. Läuft auf Modenschauen mit und blüht wieder auf. Und dennoch findet auch er es erschreckend, wie leichtsinnig mit der Thematik umgegangen wird.
Wir haben lange darüber geredet und dann eine These aufgestellt, sie ist politisch nicht ganz korrekt, aber wir glauben, dass die hohe Rate der HIV-Diagnosen unter Schwulen darauf zurückzuführen ist, dass sich Schwule vil regelmäßiger testen lassen als Heterosexuelle. Ich habe einmal in einem Seminar fragen lassen, wer von den neunzig Studenten sich schon einmal hat testen lassen. Niemand meldete sich. Aber Verhütung zum Beispiel ist ja auch Frauensache. Meine beste Freundin kann da Bände sprechen.
Anekdoten aus einem schwulen Leben.
Jeden Samstag auf Gay Dating Tricks!
Und dennoch: Die Pharmaindustrie erweckt in ihren Anzeigen, dass man mit AIDS oder HIV prima leben könnte, schließlich gibt es ja Medikamente. Und es stimmt ja auch, dass man heute mit dem Virus im Körper ein angenehmes Leben führen kann und die Lebenserwartung inzwischen fast den Gesunden entspricht. AIDS und HIV wird dadurch zu einer Art der chronischen Erkrankung. Scheinbar sinkt die Angst davor, aber dass die Medikamente schwerwiegende Nebenwirkungen haben, ist fast niemanden bewusst.
Zum Beispiel bei Roland. Ich habe ihn für ein schwules Jugendmagazin interviewt, ich schrieb das bereits, und er erzählte mir von der Pein mit den Tabletten. Dass er manchmal stundenlang auf der Toilette sitzt, weil er wasserartige Durchfälle hat. Oder eiterartige Pickel im gesamten Gesicht, die erst nach fünf Monaten heilen. Erzählt, wie die Leute getratscht haben in der U-Bahn und auf der Straße. Merkt, dass er kaum noch Kraft hat. Dass er nicht mehr lange zu leben hat. Ist es das wert?
Was Roland mir erzählte, passte nicht in die heile Welt der Anzeigen. Ich habe mehrere Tage mit ihm gesprochen, ich habe danach heulend auf den Treppenstufen seiner Wohnung gesessen. Da sitzt ein todkranker Mensch vor einem und berichtet lakonisch und mit einem Lächeln von seinen Qualen. Das habe ich nicht verstanden, aber vielleicht versteht man das erst, wenn man in so einer Situation ist. Ein paar Wochen danach, das Interview war noch nicht veröffentlicht, rief mich Roland wieder an. Er hatte neue Medikamente bekommen.
Und sie schlugen an, ja. Innerhalb weniger Wochen senkte sich die Virenlast im Blut unter die Nachweisgrenze. Wir haben uns dann entschieden, ein zweites Interview zu führen. Roland hatte das Glück der richtigen Therapie. Diese Geschichte ist nun zwei Jahre her, er lebt immer noch, gottseidank. Läuft auf Modenschauen mit und blüht wieder auf. Und dennoch findet auch er es erschreckend, wie leichtsinnig mit der Thematik umgegangen wird.
Wir haben lange darüber geredet und dann eine These aufgestellt, sie ist politisch nicht ganz korrekt, aber wir glauben, dass die hohe Rate der HIV-Diagnosen unter Schwulen darauf zurückzuführen ist, dass sich Schwule vil regelmäßiger testen lassen als Heterosexuelle. Ich habe einmal in einem Seminar fragen lassen, wer von den neunzig Studenten sich schon einmal hat testen lassen. Niemand meldete sich. Aber Verhütung zum Beispiel ist ja auch Frauensache. Meine beste Freundin kann da Bände sprechen.
Anekdoten aus einem schwulen Leben.
Jeden Samstag auf Gay Dating Tricks!
baumarktpflanze - 19. Jul, 00:01
