Ein aufgebrachter Leser schrieb
Gestern erhielt ich einen Kommentar auf den Blogeintrag "In der blauen Zwickmühle" von einem Lesers mit dem Nick "Stefan" beziehungsweise "Andi". In diesem äußert er seinen Unmut über meine Beiträge. Gerne gehe ich auf seine Fragen ein. Da meine Antwort etwas länger ausfällt und auch für andere interessant sein könnte, veröffentliche ich diese gleich auf der Startseite und nicht als Kommentar.
Vielen Dank für den Hinweis auf den Fehler mit den Session IDs im Beitrag "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?". Den entsprechenden Absatz habe ich umgehend gelöscht.
Ich bin immer froh, wenn ich auf Irrtümer hingewiesen werde.
Wenngleich ich persönlich eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebe, erhebt mein Blog keinen Anspruch auf wissenschaftliche Präzision oder Vollständigkeit. Ferner bin ich auch kein Journalist. Gay Dating Tricks ist halt einfach ein privater, persönlicher Blog. Mehr nicht.
"Ich habe ja schon vieles dummes Zeug auf dieser Seite gelesen, aber das topt alles."
"Recherchiert? Fakten? Ausser Behauptungen lese ich hier nicht viel!"
Diese Haltung erstaunt mich. Denn gerade meine Beiträge zu den Escorts waren die mit am besten recherchierten Texte. Du findest zu diesem Thema ein langes Interview mit einem Diplom Sozialpädagogen, einem Callboy und einem Mitarbeiter der AIDS-Hilfe. Was ich veröffentlichte ist selbstverständlich nur ein kleiner Ausschnitt der Gespräche. Ferner habe ich auch Literatur zu Rate gezogen, die ich nicht explizit erwähnte. Mir liegt beispielsweise eine Studie der Forschungsgruppe Public Health des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung vor, die sich direkt mit der Problematik der Callboys auseinandersetzt und sich dabei auch mit GayRomeo beschäftigte.
Ergänzend möchte ich hier eine Konklusion dieser Studie erwähnen:
Nicht wenige Stricher, die im Internet arbeiten, berichten von negativen Erfahrungen. Das häufigste Problem sind so genannte „Faker“. Geplatzte Treffen kommen ebenfalls
vor. In zwei Fällen wollten Freier beim Treffen andere Praktiken als ursprünglich vereinbart war. Dass ein Freier nach dem Sex nicht bezahlen wollte, wurde nur in einem Fall berichtet. Zwei Stricher gaben an, sie hätten negative Erfahrungen gemacht, wollten aber nicht näher darauf eingehen. Nach Hinweisen eines Callboys seien vor allem Stricher vom Land aufgrund ihrer Naivität von Gewalt und Ausnutzung durch die Freier bedroht.[...]
Es ist schwierig, das Risikoverhalten der Stricher im Internet einzuschätzen. Auf Nachfragen der Erheber zum Gebrauch von Kondomen versicherten einige Stricher, sie würden immer Kondome verwenden, oder gaben an, sie hätten „kein AIDS“. Einzelne Stricher zeigten sich gegenüber den Infektionsrisiken gleichgültig. Wie sich zeigte, ist es kaum möglich, dieses Thema mit den Strichern zu diskutieren. [...]jedoch gewannen die Erheber den Eindruck, dass bei vielen der Befragten erhebliche Wissenslücken bestehen. Der zweite Blogeintrag, dem Du Unsachlichkeit vorwirfst ("Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" ) ist geradezu gespickt mit Quellenangaben und Links zu den entsprechenden Webseiten. Darüber hinaus bin ich für diesen Beitrag mit dem GayRomeo Team in Verbindung getreten. Jens Schmidt, Mitgründer und Programmierer von GayRomeo, ließ mir dabei freundlicher Weise sehr viele Informationen zu dem GayRomeo-Maps zukommen. Herr Schmidt las meinen Beitrag zum Thema Google - ich kann mir nicht erklären warum er mich auf die fehlerhafte Interpretation der indizierten Session IDs nicht aufmerksam gemacht hat.
Ich kenne keinen Weg noch gründlicher Informationen zu sammeln.
"Und diese vorgeschobene Moral kotz mich zunehmend an."
Von all den Hintergrundinformationen abgesehen handelte es sich bei dem Beitrag "In der blauen Zwickmühle" um eine persönliche Sicht der Dinge, einen Einblick in meine Gedankengänge zu dem Thema. Du wirfst mir vor, ich würde Moral als ein Vorwand verwenden.
Ich bin mir sicher, dass man mir diesen Vorwurf bei vielen Beiträge machen könnte. Doch wenn bei einem Artikel nicht, dann sicherlich bei diesem, denn der gesamte Beitrag dreht sich darum, dass ich in einem Dilemma stecke, eben weil ich meine Moralvorstellungen nicht über andere heben möchte und eine Kritik GayRomeos die Escorts selbst träfe - und das dann zu unrecht.
Ferner denke ich, dass man ethische Fragen, wie beispielsweise die Frage nach dem Umgang mit Prostitution, gar nicht ohne Überlegungen über die eigene Moral diskutieren kann.
"Mir ist schleierhaft wie Gayromeo aus den Escorts, die aus einer Notsituation heraus Ihre Dienste anbieten, Kapital schlagen soll?"
Die _Möglichkeit_ dazu bestünde.
Lass mich aus der Studie der Forschungsgruppe Public Health zitieren: "Für Stricher könnte das Anlegen eines Profils einen ersten Schritt zur Professionalisierung darstellen."
Jeder Nutzer ist potentieller Kunde. Sollte sich ein StarAccount für einen Stricher rentieren, würde dies die finanzielle(!) Not in der er sich befindet mildern. Und da schließt sich dann der Kreis mit den Einnahmen Romeos.

Sind dies die blauen Seiten?
"Mich wuerde auch interessieren, woher die Zahlen der Einnahmen stammen. Denn je nach Laufzeit aendern sich ja die Preise."
Zur Rechnung
Die Anzahl der Escorts
Meine Datensätze stammen vom 25.01.2008 und vom 17.12.2008. Man kann somit die Entwicklung innerhalb von 11 Monaten verfolgen.
Im Januar zählte die Usersuche "weltweit" 580 StarEscorts. Heute beträgt dieser Wert 913. Daraus lässt sich die angegebene Steigung von 50% ermitteln. Genauer: 57%.
Ich möchte den absoluten Ergebnissen der Profilsuche im Allgemeinen nicht vertrauen, da vermutlich eine sehr hohe Faker- und Zweitprofil-Rate existiert.
Darum halte ich lediglich den Vergleich der Spitzenwert der OnlineUser und die Anzahl der StarAccounts für vertrauenswürdig. Die Maxima der OnlineUser sind mit Vorsicht zu genießen, da zum einen Romeo selbst diese Angabe veröffentlicht und zum anderen dieser Wert natürlicher Schwankungen (z.B. Jahreszeiten) unterliegen könnte. Meine Aufzeichnungen der Spitzenwerte reichen leider nur ein halbes Jahr zurück, weshalb ich mich des folgenden Tricks bediene.
Ich vergleiche die Mittelwerte der Online-Nutzer an Sonntagen zur Abendstunde. Die Mittelwertbildung ist sehr kritisch und einer gewissen Willkür unterworfen. Warum ich das mache?
Ich notierte mir einst, dass im Dezember letzten Jahres grob 43.000 User Sonntags online waren.
Wie schaut es heute aus? In guter Näherung sind am diskutierten Wochentag 60.000 Nutzer eingeloggt (Mit Spitzenwerten um 61.000 User - z.B. am 07.12.2008).
Daraus ergibt sich ein Anstieg von 40%.
Wäre der Anstieg der Prostituierten eine Folge der internationalen Expansion, so würde ich ein direktes proportionales Verhalten der Zuwächse erwarten. Warum? Nun ja, Callboys werden wohl kaum in ein Portal investieren, dass nicht entsprechend viele Kunden bietet. Die Werte zeigen jedoch, dass die Menge der Callboys stärker stieg als die der normalen Nutzer.
Leider liegt mir der Wert für die StarEscorts in Deutschland im Januar nicht vor. In diesem Punkt hast Du recht, das wäre ein Schwachpunkt dieser Rechnung.
Vergleichen wir vielleicht die Absolutwerte der User- und Escort-Profile _in_Deutschland_.
Im Januar existierten 289.107 normale Profile. Diese Anzahl stieg bis Dezember 2008 auf 314.822 an. Man kann also eine Steigerung von 9% feststellen. Diese Zahl an sich ist noch aussagelos. Darum vergleiche ich diese nun mit dem Anstieg der Anzahl der normalen Escort Profile.
3.911 zählte ich Anfang des Jahres. Heute beträgt dieser Wert 4.533. Das entspricht einer Erhöhung um 16%.
Die Anzahl der Escort-Profile stieg also im gleichen Zeitrahmen fast doppelt so schnell wie die normale User-Profile.
Diese Rechnung erfasst selbstverständlich nur einen Zeitrahmen von 11 Monaten, wobei GayRomeo schon seit grob 5 Jahren die Schwulen-Szene beeinflusst. Alle drei Experten mit denen ich mich unterhielt versicherten mir unabhängig von einander, dass sie seit der Existenz von GayRomeo einen starken Anstieg der Sexworker in Deutschland feststellten.
Die Einnahmen durch die Escorts
Ich hatte in dem Beitrag erwähnt, dass es sich um eine Schätzung(!) handelt. Unter "Ein offenes Geheimnis" habe ich explizit auf die gestaffelten Preise hingewiesen.
Ich erläutere die Rechnung anhand der Dezember-Daten.
GayRomeo verlangt für einen StarAccount für einen Monat 36€, für drei Monate 69€ und für ein halbes Jahr 119€.
Das Brutto Einkommen durch die Escorts rechnete ich auf eine Zeitspanne von einem Jahr um (Dabei gehe ich von einer stetigen Entwicklung der Nutzerzahlen aus).
Unter der Annahme, dass Escorts nur je einen Tarif wählten, ergibt sich somit bei 913 StarAccounts ein momentaner "Einnahmen-Tripel" von (394.416€, 251.988€, 217.294€) pro Jahr.
Eine Gleichverteilung halte ich für höchst unplausibel. Es gibt zwei Überlegungen. Entweder möchten Escorts ihre Kosten reduzieren, dann werden sich die Einnahmen auf 220.000 Euro belaufen. Oder aber Escorts könnten wegen der höheren Flexibilität eher kürzere Laufzeiten anstreben. In dem Fall verdient GayRomeo 400.000 Euro im Jahr auf diesem Gebiet. Der arithmetische Mittelwert beträgt 285.000 Euro. Um das wahre Einkommen zu nähern, schätze ich darum nach unten auf 250.000 Euro.
"Je oefter ich diese Seite besuche, umso mehr habe ich den Eindruck eine schwule "Bild" zu lesen. Einfach mal "Dreck werfen, ein bischen bleibt sicher haengen" scheint mir hier die Motivation zu sein."
Du hast nicht unrecht, der Eindruck der "Dreckschleuder" kann für manche durchaus entstehen. Immerhin spare ich nicht mit Kritik. Doch wann immer ich kritisiere, belege ich dies mit Fakten.
Würde ich bloß rumpöbeln wollen - hätte ich dann so viel recherchiert (oder mir so viel Mühe gegeben)?
Davon abgesehen lobe ich durchaus GayRomeo. Besonders bei den ersten Beiträgen. Der Escort-Beitrag war voraussichtlich mein letzter Romeo kritischer Artikel. Wenn ich später auf Tipps in der Benutzung der blauen Seiten eingehen werde, teile ich auch Bienchen und Sternchen aus ;o)
Außerdem finden sich mehrere Interviews auf meinem Blog, in denen die Gesprächspartner GR in den höchsten Tönen loben. Wäre ein Anschwärzen meine Absicht, hätte ich diese Aussagen veröffentlicht?
Ich kritisiere nur, wo ich es für nötig halte.
Provozierend? Vielleicht ein wenig. Anti-Romeo? Nein.
Wenn Du möchtest stehe ich dir gerne per E-Mail weiter Rede und Antwort. Schreib einfach an: gdmaster [at] geekmail.de
Vielen Dank für den Hinweis auf den Fehler mit den Session IDs im Beitrag "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?". Den entsprechenden Absatz habe ich umgehend gelöscht.
Ich bin immer froh, wenn ich auf Irrtümer hingewiesen werde.
Wenngleich ich persönlich eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebe, erhebt mein Blog keinen Anspruch auf wissenschaftliche Präzision oder Vollständigkeit. Ferner bin ich auch kein Journalist. Gay Dating Tricks ist halt einfach ein privater, persönlicher Blog. Mehr nicht.
"Ich habe ja schon vieles dummes Zeug auf dieser Seite gelesen, aber das topt alles."
"Recherchiert? Fakten? Ausser Behauptungen lese ich hier nicht viel!"
Diese Haltung erstaunt mich. Denn gerade meine Beiträge zu den Escorts waren die mit am besten recherchierten Texte. Du findest zu diesem Thema ein langes Interview mit einem Diplom Sozialpädagogen, einem Callboy und einem Mitarbeiter der AIDS-Hilfe. Was ich veröffentlichte ist selbstverständlich nur ein kleiner Ausschnitt der Gespräche. Ferner habe ich auch Literatur zu Rate gezogen, die ich nicht explizit erwähnte. Mir liegt beispielsweise eine Studie der Forschungsgruppe Public Health des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung vor, die sich direkt mit der Problematik der Callboys auseinandersetzt und sich dabei auch mit GayRomeo beschäftigte.
Ergänzend möchte ich hier eine Konklusion dieser Studie erwähnen:
Nicht wenige Stricher, die im Internet arbeiten, berichten von negativen Erfahrungen. Das häufigste Problem sind so genannte „Faker“. Geplatzte Treffen kommen ebenfalls
vor. In zwei Fällen wollten Freier beim Treffen andere Praktiken als ursprünglich vereinbart war. Dass ein Freier nach dem Sex nicht bezahlen wollte, wurde nur in einem Fall berichtet. Zwei Stricher gaben an, sie hätten negative Erfahrungen gemacht, wollten aber nicht näher darauf eingehen. Nach Hinweisen eines Callboys seien vor allem Stricher vom Land aufgrund ihrer Naivität von Gewalt und Ausnutzung durch die Freier bedroht.[...]
Es ist schwierig, das Risikoverhalten der Stricher im Internet einzuschätzen. Auf Nachfragen der Erheber zum Gebrauch von Kondomen versicherten einige Stricher, sie würden immer Kondome verwenden, oder gaben an, sie hätten „kein AIDS“. Einzelne Stricher zeigten sich gegenüber den Infektionsrisiken gleichgültig. Wie sich zeigte, ist es kaum möglich, dieses Thema mit den Strichern zu diskutieren. [...]jedoch gewannen die Erheber den Eindruck, dass bei vielen der Befragten erhebliche Wissenslücken bestehen. Der zweite Blogeintrag, dem Du Unsachlichkeit vorwirfst ("Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" ) ist geradezu gespickt mit Quellenangaben und Links zu den entsprechenden Webseiten. Darüber hinaus bin ich für diesen Beitrag mit dem GayRomeo Team in Verbindung getreten. Jens Schmidt, Mitgründer und Programmierer von GayRomeo, ließ mir dabei freundlicher Weise sehr viele Informationen zu dem GayRomeo-Maps zukommen. Herr Schmidt las meinen Beitrag zum Thema Google - ich kann mir nicht erklären warum er mich auf die fehlerhafte Interpretation der indizierten Session IDs nicht aufmerksam gemacht hat.
Ich kenne keinen Weg noch gründlicher Informationen zu sammeln.
"Und diese vorgeschobene Moral kotz mich zunehmend an."
Von all den Hintergrundinformationen abgesehen handelte es sich bei dem Beitrag "In der blauen Zwickmühle" um eine persönliche Sicht der Dinge, einen Einblick in meine Gedankengänge zu dem Thema. Du wirfst mir vor, ich würde Moral als ein Vorwand verwenden.
Ich bin mir sicher, dass man mir diesen Vorwurf bei vielen Beiträge machen könnte. Doch wenn bei einem Artikel nicht, dann sicherlich bei diesem, denn der gesamte Beitrag dreht sich darum, dass ich in einem Dilemma stecke, eben weil ich meine Moralvorstellungen nicht über andere heben möchte und eine Kritik GayRomeos die Escorts selbst träfe - und das dann zu unrecht.
Ferner denke ich, dass man ethische Fragen, wie beispielsweise die Frage nach dem Umgang mit Prostitution, gar nicht ohne Überlegungen über die eigene Moral diskutieren kann.
"Mir ist schleierhaft wie Gayromeo aus den Escorts, die aus einer Notsituation heraus Ihre Dienste anbieten, Kapital schlagen soll?"
Die _Möglichkeit_ dazu bestünde.
Lass mich aus der Studie der Forschungsgruppe Public Health zitieren: "Für Stricher könnte das Anlegen eines Profils einen ersten Schritt zur Professionalisierung darstellen."
Jeder Nutzer ist potentieller Kunde. Sollte sich ein StarAccount für einen Stricher rentieren, würde dies die finanzielle(!) Not in der er sich befindet mildern. Und da schließt sich dann der Kreis mit den Einnahmen Romeos.

Sind dies die blauen Seiten?
"Mich wuerde auch interessieren, woher die Zahlen der Einnahmen stammen. Denn je nach Laufzeit aendern sich ja die Preise."
Zur Rechnung
Die Anzahl der Escorts
Meine Datensätze stammen vom 25.01.2008 und vom 17.12.2008. Man kann somit die Entwicklung innerhalb von 11 Monaten verfolgen.
Im Januar zählte die Usersuche "weltweit" 580 StarEscorts. Heute beträgt dieser Wert 913. Daraus lässt sich die angegebene Steigung von 50% ermitteln. Genauer: 57%.
Ich möchte den absoluten Ergebnissen der Profilsuche im Allgemeinen nicht vertrauen, da vermutlich eine sehr hohe Faker- und Zweitprofil-Rate existiert.
Darum halte ich lediglich den Vergleich der Spitzenwert der OnlineUser und die Anzahl der StarAccounts für vertrauenswürdig. Die Maxima der OnlineUser sind mit Vorsicht zu genießen, da zum einen Romeo selbst diese Angabe veröffentlicht und zum anderen dieser Wert natürlicher Schwankungen (z.B. Jahreszeiten) unterliegen könnte. Meine Aufzeichnungen der Spitzenwerte reichen leider nur ein halbes Jahr zurück, weshalb ich mich des folgenden Tricks bediene.
Ich vergleiche die Mittelwerte der Online-Nutzer an Sonntagen zur Abendstunde. Die Mittelwertbildung ist sehr kritisch und einer gewissen Willkür unterworfen. Warum ich das mache?
Ich notierte mir einst, dass im Dezember letzten Jahres grob 43.000 User Sonntags online waren.
Wie schaut es heute aus? In guter Näherung sind am diskutierten Wochentag 60.000 Nutzer eingeloggt (Mit Spitzenwerten um 61.000 User - z.B. am 07.12.2008).
Daraus ergibt sich ein Anstieg von 40%.
Wäre der Anstieg der Prostituierten eine Folge der internationalen Expansion, so würde ich ein direktes proportionales Verhalten der Zuwächse erwarten. Warum? Nun ja, Callboys werden wohl kaum in ein Portal investieren, dass nicht entsprechend viele Kunden bietet. Die Werte zeigen jedoch, dass die Menge der Callboys stärker stieg als die der normalen Nutzer.
Leider liegt mir der Wert für die StarEscorts in Deutschland im Januar nicht vor. In diesem Punkt hast Du recht, das wäre ein Schwachpunkt dieser Rechnung.
Vergleichen wir vielleicht die Absolutwerte der User- und Escort-Profile _in_Deutschland_.
Im Januar existierten 289.107 normale Profile. Diese Anzahl stieg bis Dezember 2008 auf 314.822 an. Man kann also eine Steigerung von 9% feststellen. Diese Zahl an sich ist noch aussagelos. Darum vergleiche ich diese nun mit dem Anstieg der Anzahl der normalen Escort Profile.
3.911 zählte ich Anfang des Jahres. Heute beträgt dieser Wert 4.533. Das entspricht einer Erhöhung um 16%.
Die Anzahl der Escort-Profile stieg also im gleichen Zeitrahmen fast doppelt so schnell wie die normale User-Profile.
Diese Rechnung erfasst selbstverständlich nur einen Zeitrahmen von 11 Monaten, wobei GayRomeo schon seit grob 5 Jahren die Schwulen-Szene beeinflusst. Alle drei Experten mit denen ich mich unterhielt versicherten mir unabhängig von einander, dass sie seit der Existenz von GayRomeo einen starken Anstieg der Sexworker in Deutschland feststellten.
Die Einnahmen durch die Escorts
Ich hatte in dem Beitrag erwähnt, dass es sich um eine Schätzung(!) handelt. Unter "Ein offenes Geheimnis" habe ich explizit auf die gestaffelten Preise hingewiesen.
Ich erläutere die Rechnung anhand der Dezember-Daten.
GayRomeo verlangt für einen StarAccount für einen Monat 36€, für drei Monate 69€ und für ein halbes Jahr 119€.
Das Brutto Einkommen durch die Escorts rechnete ich auf eine Zeitspanne von einem Jahr um (Dabei gehe ich von einer stetigen Entwicklung der Nutzerzahlen aus).
Unter der Annahme, dass Escorts nur je einen Tarif wählten, ergibt sich somit bei 913 StarAccounts ein momentaner "Einnahmen-Tripel" von (394.416€, 251.988€, 217.294€) pro Jahr.
Eine Gleichverteilung halte ich für höchst unplausibel. Es gibt zwei Überlegungen. Entweder möchten Escorts ihre Kosten reduzieren, dann werden sich die Einnahmen auf 220.000 Euro belaufen. Oder aber Escorts könnten wegen der höheren Flexibilität eher kürzere Laufzeiten anstreben. In dem Fall verdient GayRomeo 400.000 Euro im Jahr auf diesem Gebiet. Der arithmetische Mittelwert beträgt 285.000 Euro. Um das wahre Einkommen zu nähern, schätze ich darum nach unten auf 250.000 Euro.
"Je oefter ich diese Seite besuche, umso mehr habe ich den Eindruck eine schwule "Bild" zu lesen. Einfach mal "Dreck werfen, ein bischen bleibt sicher haengen" scheint mir hier die Motivation zu sein."
Du hast nicht unrecht, der Eindruck der "Dreckschleuder" kann für manche durchaus entstehen. Immerhin spare ich nicht mit Kritik. Doch wann immer ich kritisiere, belege ich dies mit Fakten.
Würde ich bloß rumpöbeln wollen - hätte ich dann so viel recherchiert (oder mir so viel Mühe gegeben)?
Davon abgesehen lobe ich durchaus GayRomeo. Besonders bei den ersten Beiträgen. Der Escort-Beitrag war voraussichtlich mein letzter Romeo kritischer Artikel. Wenn ich später auf Tipps in der Benutzung der blauen Seiten eingehen werde, teile ich auch Bienchen und Sternchen aus ;o)
Außerdem finden sich mehrere Interviews auf meinem Blog, in denen die Gesprächspartner GR in den höchsten Tönen loben. Wäre ein Anschwärzen meine Absicht, hätte ich diese Aussagen veröffentlicht?
Ich kritisiere nur, wo ich es für nötig halte.
Provozierend? Vielleicht ein wenig. Anti-Romeo? Nein.
Wenn Du möchtest stehe ich dir gerne per E-Mail weiter Rede und Antwort. Schreib einfach an: gdmaster [at] geekmail.de
GDmaster - 18. Dez, 14:56
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