Warum es Faker gibt
"Bitte keine Faker" - Eine Phrase, die man oft im blauen Universum lesen kann. Faker können echt nervig und zeitraubend sein. Besonders bei GayRomeo ist dies durchaus ein Problem, denn die wenigen Gegenmaßnahmen sind relativ wirkungslos.
GR-User können andere als bekannt markieren, doch da machen es andere Portale viel besser (z.B. dbna oder gays.de).
Immerhin, nach eignen Angaben erhält Romeo täglich um die 100 Faker-Meldungen, von denen 2/3 gelöscht oder deaktiviert würden. Aus eigener Erfahrung, glaub ich nicht, dass das ausreicht. In meiner Stadt konnte ich schon einige Profile definitiv als Fakes ausmachen und darüber hinaus haben viele aus meinem Freundeskreis Zweit- oder sogar Drittprofile. Daher kann ich über 100 Meldungen pro Tag nur müde lächeln. Speziell bei GayRomeo sind solche Zweitprofile sogar teilweise erwünscht.
Was genau ist denn eigentlich ein "Fake"?
"Fake" kommt aus dem Englischen und bedeutet "Fälschung". GayRomeo fasst es so: "Bei "Fakern" handelt es sich um Profile, die anderen etwas vormachen oder falsche Identitäten vortäuschen."
Ich würde weiterführend zwischen einer Inszenierung und einem Fake unterscheiden. Bei einer Inszenierung weist sich der Nutzer selbst Rollen zu, welche ihn unbewusst dirigieren. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an das Cyber-Selbst, welchen durchaus dem realen Ich nicht entsprechen muss.
Beim Fakes hingegen nutzt der User mehrere Identitäten _bewusst_, um zu täuschen. GayRomeo zählt zusätzlich noch Jungs als Faker auf, die sich durch (sagen wir, falsche Körpermaße) interessanter machen möchten. Genauer betrachtet, glaube ich nicht, dass solche Profile als Fakes zu deklarieren sind, denn so gesehen müsste man ja jede Gewichtsveränderung umgehend melden. Diese Leute sind vielleicht nicht ganz ehrlich, aber sicherlich keine Faker. Jeder, der anhand der eigenen Vorstellungen über Wahrheitsliebe andere verurteilt, hat meiner Meinung nach einen gehörigen Sockenschuss.
Vor mehreren Jahren druckte eine große Tageszeitung in Amerika folgende Karikatur.
Was bewegt einen Menschen dazu Faker zu werden?
Um mit den Worten der Romeo-Betreiber zu sprechen: "Die Motive sind sehr unterschiedlich: Persönliche Langeweile, der Versuch, von anderen Bilder abzustauben, die Suche nach Cybersex, Betrug bis hin zu persönlichen Rachefeldzügen."
Die Gruppe der Pic-Sammler macht gefühlt den größten Anteil aus. Pic-Sammler sind User, die versuchen dich "aufzugeilen", um xxx-Pics von dir zu erhalten.
Betrug
"Klassische Fälle sind hierbei der versprochene Millionensegen aus Afrika oder Einladungswünsche mit Geld für die Fahrkarte aus Rumänien". Viel häufiger als diesen "klassischen Fälle" läuft man heutzutage Bots über den Weg, welche versuchen einen in teure SMS-Chats zu locken.
Es kommt sicherlich extrem selten vor, doch es gab schon Vorfälle bei denen GR-Nutzer Opfer von Gewalttaten wurden. Siehe auch GayBashing.
Frust
Der Blogger von Lattemio erstellte einst ein Fakerprofil, weil er einfach frustriert war:
"Aufgegeilte Typen haben etwas lächerliches"
Am Wochenende hatte ich echt ne miese Phase: Riesen-Enttäuschung im Gayromeo! [...] dann passierte etwas Grauenhaftes: Niemand wollte antworten. [...]
Mein gekränktes Ego schrie nach Rache. In weniger als zwei Minuten hatte ich ein Fake-Profil angelegt, einen sympatischen Profiltext geschrieben und ein chices realistisches Bild von meiner Festplatte hochgeladen. [...]
Die Resonanz war mörderisch! 600 Profilaufrufe in weniger als einer Stunde, 120 Messages während des Abends.
Jetzt konnte mein Rachefeldzug beginnen. Mit dem Fakeprofil besuchte ich die Profile von denen, die mein reales Profil vorher verschmäht hatten. Viele schrieben mich an und wurden furchtbar enttäuscht
[...] Ein herrlicher Abend! Selten hatte ich mich so köstlich amüsiert.
Langeweile
Wahrscheinlich das Motiv zum Faken schlechthin. Auch wenn sie offiziell nicht erlaubt sind, gibt es nicht wenige Frauen, die sich ein Profil in der blauen Laberwelt zulegten, um sich die Zeit zu vertreiben und mit schwulen Freunden Kontakt zu halten.
Richtig professionell nutzt der folgende Ciao-User sein Fakerprofil. Zusammen mit einem Freund verwendet er dieses Profil, um über alles zu lästern, was ihm über den Weg läuft:
Matthias, 24, hat die Schnauze voll. Seit zwei Jahren war er Single. Da kam er auf die Idee einfach seinen Traummann zu erschaffen. Die ganze Geschichte erfährst Du im Studio3 Podcast.
>> Podcast anhören
Du hast einen Faker entdeckt? Bei den meisten Dating Portalen kann man dies melden. Bei GayRomeo findest Du die entsprechende Funktion unter:
"Hilfe & Service" -> "E-Mail Kontakt" -> "Faker oder User melden"
Das Romeo-Team ist in der Lage bei Mehrfachprofilen anhand der IP-Adresse Rückschlüsse auf den Nutzer zu ziehen.
Faker und Zweitprofile sind oft lästig, haben auf der anderen Seite manchmal auch Vorteile. Ein guter Freund von mir nutzt ein Zweitprofil, um andere Profile ungestört und heimlich zu durchstöbern. Ich selbst habe ein Zweitprofil, welches (immer deaktiviert) mir einen Nicknamen sichern soll, den ich eventuell später einmal annehmen möchte.
Und mit Sicherheit gibt es ein paar Spezis da draußen, die ein Fakerprofil nutzen, um den Charakter anderer User zu testen.
Von Fakern, so nervig sie auch sein mögen, kann man eine Lehre ziehen: Gehe lockerer und nicht verbissen mit der virtuellen Welt um. Sei verspielt! Wie man Faker enttarnen kann? Später dazu mehr...
Mehr zum Thema findest Du hier:
Wie man Faker erkennt
Vor drei Wochen schrieb ich über die Motive des Fakens. Wie entdeckt man Fakerprofile? Fangen wir mit den zwei klassischen Indizien an. ...
GR-User können andere als bekannt markieren, doch da machen es andere Portale viel besser (z.B. dbna oder gays.de).
Immerhin, nach eignen Angaben erhält Romeo täglich um die 100 Faker-Meldungen, von denen 2/3 gelöscht oder deaktiviert würden. Aus eigener Erfahrung, glaub ich nicht, dass das ausreicht. In meiner Stadt konnte ich schon einige Profile definitiv als Fakes ausmachen und darüber hinaus haben viele aus meinem Freundeskreis Zweit- oder sogar Drittprofile. Daher kann ich über 100 Meldungen pro Tag nur müde lächeln. Speziell bei GayRomeo sind solche Zweitprofile sogar teilweise erwünscht.
Was genau ist denn eigentlich ein "Fake"?
"Fake" kommt aus dem Englischen und bedeutet "Fälschung". GayRomeo fasst es so: "Bei "Fakern" handelt es sich um Profile, die anderen etwas vormachen oder falsche Identitäten vortäuschen."
Ich würde weiterführend zwischen einer Inszenierung und einem Fake unterscheiden. Bei einer Inszenierung weist sich der Nutzer selbst Rollen zu, welche ihn unbewusst dirigieren. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an das Cyber-Selbst, welchen durchaus dem realen Ich nicht entsprechen muss.
Beim Fakes hingegen nutzt der User mehrere Identitäten _bewusst_, um zu täuschen. GayRomeo zählt zusätzlich noch Jungs als Faker auf, die sich durch (sagen wir, falsche Körpermaße) interessanter machen möchten. Genauer betrachtet, glaube ich nicht, dass solche Profile als Fakes zu deklarieren sind, denn so gesehen müsste man ja jede Gewichtsveränderung umgehend melden. Diese Leute sind vielleicht nicht ganz ehrlich, aber sicherlich keine Faker. Jeder, der anhand der eigenen Vorstellungen über Wahrheitsliebe andere verurteilt, hat meiner Meinung nach einen gehörigen Sockenschuss.
Vor mehreren Jahren druckte eine große Tageszeitung in Amerika folgende Karikatur.
"Im Internet weiß niemand, dass du eigentlich ein Hund bist" - Die Anonymität des Internets lädt zum Spielen mit der eigenen Identität ein.
Was bewegt einen Menschen dazu Faker zu werden?
Um mit den Worten der Romeo-Betreiber zu sprechen: "Die Motive sind sehr unterschiedlich: Persönliche Langeweile, der Versuch, von anderen Bilder abzustauben, die Suche nach Cybersex, Betrug bis hin zu persönlichen Rachefeldzügen."
Die Gruppe der Pic-Sammler macht gefühlt den größten Anteil aus. Pic-Sammler sind User, die versuchen dich "aufzugeilen", um xxx-Pics von dir zu erhalten.
Betrug
"Klassische Fälle sind hierbei der versprochene Millionensegen aus Afrika oder Einladungswünsche mit Geld für die Fahrkarte aus Rumänien". Viel häufiger als diesen "klassischen Fälle" läuft man heutzutage Bots über den Weg, welche versuchen einen in teure SMS-Chats zu locken.
Es kommt sicherlich extrem selten vor, doch es gab schon Vorfälle bei denen GR-Nutzer Opfer von Gewalttaten wurden. Siehe auch GayBashing.
Frust
Der Blogger von Lattemio erstellte einst ein Fakerprofil, weil er einfach frustriert war:
"Aufgegeilte Typen haben etwas lächerliches"
Am Wochenende hatte ich echt ne miese Phase: Riesen-Enttäuschung im Gayromeo! [...] dann passierte etwas Grauenhaftes: Niemand wollte antworten. [...]
Mein gekränktes Ego schrie nach Rache. In weniger als zwei Minuten hatte ich ein Fake-Profil angelegt, einen sympatischen Profiltext geschrieben und ein chices realistisches Bild von meiner Festplatte hochgeladen. [...]
Die Resonanz war mörderisch! 600 Profilaufrufe in weniger als einer Stunde, 120 Messages während des Abends.
Jetzt konnte mein Rachefeldzug beginnen. Mit dem Fakeprofil besuchte ich die Profile von denen, die mein reales Profil vorher verschmäht hatten. Viele schrieben mich an und wurden furchtbar enttäuscht
[...] Ein herrlicher Abend! Selten hatte ich mich so köstlich amüsiert.
Langeweile
Wahrscheinlich das Motiv zum Faken schlechthin. Auch wenn sie offiziell nicht erlaubt sind, gibt es nicht wenige Frauen, die sich ein Profil in der blauen Laberwelt zulegten, um sich die Zeit zu vertreiben und mit schwulen Freunden Kontakt zu halten.
Richtig professionell nutzt der folgende Ciao-User sein Fakerprofil. Zusammen mit einem Freund verwendet er dieses Profil, um über alles zu lästern, was ihm über den Weg läuft:
"Hier geht es [...] um die positive und negative Schlagwörterauslassung über eben jene Menschen, die sich öffentlich im Internet präsentieren[...]An dieser Stelle noch einmal die Warnung: Pass auf was Du im Internet schreibst und tust - Du weißt nie, wer deinem Chatpartner über die Schulter guckt.
Am besten eignet sich hier gayromeo.com, [...]
Schnell mal ein falsches Bild hochgeladen und das Profil wird nur noch von notgeilen, ollen Kerlen aufgerufen.[...]
Ganz große Perlen der Männerwelt, werden per Nickname im Messenger eingetippt und an den Spielpartner übersendet. Dieser schaut sich die Person mittels Nicknamesuchfunktion an und schreibt ein Kommentar an den Absender wieder per Messenger, ein Dialog entsteht in dem auf oberflächlichste Weise gelästert oder bei gefallen auch geschwärmt wird."
Matthias, 24, hat die Schnauze voll. Seit zwei Jahren war er Single. Da kam er auf die Idee einfach seinen Traummann zu erschaffen. Die ganze Geschichte erfährst Du im Studio3 Podcast.
>> Podcast anhören
Du hast einen Faker entdeckt? Bei den meisten Dating Portalen kann man dies melden. Bei GayRomeo findest Du die entsprechende Funktion unter:
"Hilfe & Service" -> "E-Mail Kontakt" -> "Faker oder User melden"
Das Romeo-Team ist in der Lage bei Mehrfachprofilen anhand der IP-Adresse Rückschlüsse auf den Nutzer zu ziehen.
Faker und Zweitprofile sind oft lästig, haben auf der anderen Seite manchmal auch Vorteile. Ein guter Freund von mir nutzt ein Zweitprofil, um andere Profile ungestört und heimlich zu durchstöbern. Ich selbst habe ein Zweitprofil, welches (immer deaktiviert) mir einen Nicknamen sichern soll, den ich eventuell später einmal annehmen möchte.
Und mit Sicherheit gibt es ein paar Spezis da draußen, die ein Fakerprofil nutzen, um den Charakter anderer User zu testen.
Von Fakern, so nervig sie auch sein mögen, kann man eine Lehre ziehen: Gehe lockerer und nicht verbissen mit der virtuellen Welt um. Sei verspielt! Wie man Faker enttarnen kann? Später dazu mehr...
Mehr zum Thema findest Du hier:
Wie man Faker erkennt
Vor drei Wochen schrieb ich über die Motive des Fakens. Wie entdeckt man Fakerprofile? Fangen wir mit den zwei klassischen Indizien an. ...
GDmaster - 28. Mrz, 14:39
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