Anekdoten aus einem schwulen Leben V
Christoph ist wieder zu Hause. Seine Eltern fahren ihn jetzt mit dem Auto oder ich begleite ihn im Bus, wenn es geht. Er möchte nicht alleine sein in der Öffentlichkeit, denn sobald rüpelnde Jungs in seine Nähe kommen, werden seine Hände schweißnass und er fängt an zu zittern. Ich habe versucht, mit ihm darüber zu reden, aber er hat abgelehnt. Er möchte erst einmal selbst wieder Herr über seine Empfindungen werden und ich habe ihm gesagt, dass ich auch manchmal Angst habe.
Denn gerade in der Nacht, wenn junge Männer aus der Disco mit dem letzten Bier in der S-Bahn nach Hause fahren, fühle ich mich nicht wohl. Es ist zwar nicht so, dass man mir meine sexuelle Ausrichtung ansieht und vielleicht habe ich deswegen noch keine homophoben Gewaltakte am eigenen Körper erleben müssen. Aber es bleibt dennoch ein flaues Gefühl, ein unbestimmtes Bauchgrimmen. Vielleicht ist es nur Einbildung, vielleicht übertriebenes Misstrauen.
Christoph kennt das Gefühl auch. Der Unterschied aber ist: Ihm merkt man seine Homosexualität an, es ist der Gang, es ist sein Aussehen. Solche Einteilungen sind Schubladen, sicher, aber gerade in der Szene gleichen sich die Typen ein bißchen an und vielleicht ist Christoph ja in dieser Hinsicht ein Klischeeschwuler. Doch er will sich nicht ändern, auch wenn sein Vater das gerne hätte. Und vielleicht hat der Vater nicht ganz unrecht, wenn er sagt, dass man seine Homosexualität nicht unbedingt offen zeigen müsse. Es ist manchmal einfach zu gefährlich, auch wenn es unfair erscheint, dass sich heterosexuelle Pärchen gerade in diesen ersten Frühlingstagen wieder öffentlich unbefangen lieben, aber Schwule das nicht ohne Risiko können.
Vielleicht ist es taktisch wirklich unklug, öffentlich zu seiner Homosexualität zu stehen. Nicht ohne Grund hat das Coming-Out einen gewissen Geständnischarakter. Und als ich anfing, für ein schwules Jugendmagazin zu schreiben, gab es durchaus die Überlegung, ob mir die Veröffentlichung unter meinem realen Namen nicht einmal auf die Füße fallen könnte. Ich habe dann viel mit Freunden darüber gesprochen und mich schließlich dafür entschlossen. Und hier ging es nur um das Netz, die reale Öffentlicheit ist eine ganz andere Herausforderung.
Doch ich will mich nicht gänzlich verleugnen und so rede ich wenigstens am Tage offen mit Freunden darüber und scheue mich auch nicht, Texte mit schwulen Themen herumzuzeigen. In der Nacht aber, wenn ich allein bin, drücke ich mich doch lieber in den Polstersitz der S-Bahn. Ich versuche meist, diese Situation zu vermeiden und möglichst lange Strecken nicht alleine zu fahren. Das geht aber nicht immer und auch Christoph wird bald wieder alleine fahren müssen. Seine verständliche Angst wird sich legen und irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, in dem er über die letzten Tage reden möchte.
Ich glaube jedenfalls, dass es ihm geholfen hat, zu wissen, dass er nicht alleine ist. Und so hat es ihm Mut gemacht, dass so viele Menschen an seinem Schicksal teilgenommen und ihm geschrieben haben. Selbst sein behandelnder Arzt hat ihm zum Abschied aufgezeigt, dass er nicht alleine ist mit seinem Schicksal. Er brachte seine Verachtung für die Tat zum Ausdrück. Wir haben ihm gedankt für seine Worte. Dann sind wir mit dem Taxi zu seinen Eltern gefahren.
Anekdoten aus einem schwulen Leben.
Jeden Samstag auf Gay Dating Tricks!
Denn gerade in der Nacht, wenn junge Männer aus der Disco mit dem letzten Bier in der S-Bahn nach Hause fahren, fühle ich mich nicht wohl. Es ist zwar nicht so, dass man mir meine sexuelle Ausrichtung ansieht und vielleicht habe ich deswegen noch keine homophoben Gewaltakte am eigenen Körper erleben müssen. Aber es bleibt dennoch ein flaues Gefühl, ein unbestimmtes Bauchgrimmen. Vielleicht ist es nur Einbildung, vielleicht übertriebenes Misstrauen.
Christoph kennt das Gefühl auch. Der Unterschied aber ist: Ihm merkt man seine Homosexualität an, es ist der Gang, es ist sein Aussehen. Solche Einteilungen sind Schubladen, sicher, aber gerade in der Szene gleichen sich die Typen ein bißchen an und vielleicht ist Christoph ja in dieser Hinsicht ein Klischeeschwuler. Doch er will sich nicht ändern, auch wenn sein Vater das gerne hätte. Und vielleicht hat der Vater nicht ganz unrecht, wenn er sagt, dass man seine Homosexualität nicht unbedingt offen zeigen müsse. Es ist manchmal einfach zu gefährlich, auch wenn es unfair erscheint, dass sich heterosexuelle Pärchen gerade in diesen ersten Frühlingstagen wieder öffentlich unbefangen lieben, aber Schwule das nicht ohne Risiko können.
Vielleicht ist es taktisch wirklich unklug, öffentlich zu seiner Homosexualität zu stehen. Nicht ohne Grund hat das Coming-Out einen gewissen Geständnischarakter. Und als ich anfing, für ein schwules Jugendmagazin zu schreiben, gab es durchaus die Überlegung, ob mir die Veröffentlichung unter meinem realen Namen nicht einmal auf die Füße fallen könnte. Ich habe dann viel mit Freunden darüber gesprochen und mich schließlich dafür entschlossen. Und hier ging es nur um das Netz, die reale Öffentlicheit ist eine ganz andere Herausforderung.
Doch ich will mich nicht gänzlich verleugnen und so rede ich wenigstens am Tage offen mit Freunden darüber und scheue mich auch nicht, Texte mit schwulen Themen herumzuzeigen. In der Nacht aber, wenn ich allein bin, drücke ich mich doch lieber in den Polstersitz der S-Bahn. Ich versuche meist, diese Situation zu vermeiden und möglichst lange Strecken nicht alleine zu fahren. Das geht aber nicht immer und auch Christoph wird bald wieder alleine fahren müssen. Seine verständliche Angst wird sich legen und irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, in dem er über die letzten Tage reden möchte.
Ich glaube jedenfalls, dass es ihm geholfen hat, zu wissen, dass er nicht alleine ist. Und so hat es ihm Mut gemacht, dass so viele Menschen an seinem Schicksal teilgenommen und ihm geschrieben haben. Selbst sein behandelnder Arzt hat ihm zum Abschied aufgezeigt, dass er nicht alleine ist mit seinem Schicksal. Er brachte seine Verachtung für die Tat zum Ausdrück. Wir haben ihm gedankt für seine Worte. Dann sind wir mit dem Taxi zu seinen Eltern gefahren.
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baumarktpflanze - 10. Mai, 00:01
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