Daten und Fakten zu AIDS
Im ersten Teil des Specials zur "Nacht der Solidarität" klärt Gay Dating Tricks über die meist gestellten Fragen zum Thema HIV und AIDS auf.
Wofür steht die Abkürzung AIDS?
Die Abkürzung AIDS steht für Acquired Immune Deficiency
Syndrome, also »erworbenes Immunschwächesyndrom«. Es handelt sich um ein Krankheitsbild, das infolge einer Infektion mit dem menschlichen Immunschwächevirus HIV auftritt und durch einen massiven Funktionsverlust der körpereigenen Immunabwehr charakterisiert ist, da HIV die Zellen des Immunsystems befällt.
Was bedeutet HIV?
HIV ist die Abkürzung für Human Immunodeficiency Virus, was zu deutsch »humanes (das heißt, den Menschen befallendes) Immunschwächevirus« heißt.
Ist beides nicht das Gleiche?
Eindeutig nein! Eine Ansteckung mit dem HI-Virus kann zum Krankheitsbild AIDS führen, aber es bedeutet nicht, dass die Krankheit AIDS auch ausbricht.
Wie kann ich mich infizieren?
Normalerweise wird das Virus über Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma übertragen. Dies kann duch offene Wunden geschehen, als auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, wenn das Sperma auf Schleimhäute gerät oder durch leicht verletzliche Stellen auf der Außenhaut dringt.
Ob HI-Viren übertragen werden, hängt von der Virenkonzentration im Blut oder im Sperma ab. So wird seit Langem über die Gefahren beim Oralverkehr gestritten, er wird teilweise als weniger gefährlich angesehen, solange die Ejakulation nicht im Mund erfolgt.
Was passiert nach einer Infektion?
Wenn die Körperflüssigkeiten in blutende Wunden geraten oder aber auf die Schleimhäute gerät, beginnt das Virus, sein Erbgut in jede Zelle des Körpers einzuschleusen.
Normalerweise reagiert dann der Körper: Sobald er nämlich einen Fremdkörper entdeckt, aktiviert er wiederum sein Immunsystem. Dazu hat jede Zelle außen einen Proteinkomplex, das sogenannte MHC. Wenn eine Zelle angegriffen wird, dient das MHC dabei als eine Art Signal und sagt den Zellen des Immunsystems, dass die Zelle befallen ist. Das HI-Virus aber schleust das MHC ins Innere der Zelle, so dass das Immunsystem nicht mehr erkennt, dass die befallene Zelle infiziert ist. Deswegen kann es nicht reagieren.
Diese Zelle infiziert dann wiederum neue Zellen, die dann wieder weitere Zellen infizieren. Das Virus breitet sich im Körper aus und alle auf diese Art befallenenen Zellen können nicht mehr sagen, dass sie krank sind, weil das Protein dafür eingesperrt wurde. Dadurch wird das System angreifbar für jede Art von Krankheit.
Bis die ersten Symptome auftreten, kann es bis zu 15 Jahre dauern, aber sobald eine bestimmte Zahl von Zellen infiziert ist, bricht das gesamte System zusammen. Deswegen stirbt der infizierte Mensch meistens an kleinen Krankheiten.

Was wären mögliche Symptome? Kann ich daran eine Infektion sicher erkennen?
Nein! Die Symptome sind dafür viel zu allgemein. Meist kommt es zu Fieber, Kopfschmerzen und vermehrte Müdigkeit, aber viele Patienten haben gar keine Symptome! Sichere Ergebnisse bringt nur ein HIV-Test!
Wie verläuft ein HIV-Test?
Den HIV-Test kann man beim Gesundheitsamt oder beim Hausarzt machen lassen. Der Vorteil des Amtes ist, dass der Teyt meist kostenlos ist, vor allem aber anonym verläuft. Der Arzt nimmt Blut ab und schickt dieses in ein Labor zur Untersuchung. Nach ungefähr einer Woche erhält er die Testergebnisse zurück und muss sie dem Getesteten persönlich übermitteln - und nicht zum Beispiel am Telefon! Dazu kommt noch die ärztliche Schweigepflicht. Wenn der Test auch nach einer Wiederholung positiv ausfällt, ist man HIV-infiziert. Dies muss anonym dem Robert Koch Institut gemeldet werden.
Wie unterscheidet man HIV und AIDS?
Die Diagnose Aids wird gestellt, wenn bei einem HIV-Positiven bestimmte Infektionen oder bösartige Tumoren, die sogenannten Aids definierenden Erkrankungen, festgestellt werden. Oft sind die Erreger für den gesunden Menschen bzw. für ein gesundes Immunsystem harmlos. Doch durch das geschwächte bzw. vernichtete Immunsystem eines HIV-Positiven kann sich der Organismus nicht mehr gegen selbst harmlose Erreger wehren.
Kann man etwas gegen AIDS tun?
AIDS ist immer noch unheilbar, aber es gibt inzwischen gute Medikamente dagegen. Sie haben bewirkt, dass sich die Lebenserwartung des Infizierten so enorm verlängert hat, dass viele Forscher inzwischen von einer "chronischen Erkrankung" sprechen, zumindest in Ländern mit einem funktionierendem Gesundheitssystem. Die Entwicklung eines Impfstoffes allerdings lässt weiterhin auf sich warten.
Die relativ gute Medikamentenlage ist allerdings immer mehr bedroht, denn viele der Medikamente auf dem Markt wirken nicht mehr oder nicht mehr vollständig. Das Virus ist teilweise resistent gegen die Medikamente geworden. Diese Fähigkeit des Virus, seine enorme Wandlungsfähigkeit also, macht es der Forschung so schwer, erfolgreich Therapien und Arzneeien zu entwickeln.
Wie viele Menschen haben sich im letzten Jahr infiziert?
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist weiter gestiegen. Dem Robert Koch-Institut wur-den für das Jahr 2007 insgesamt 2.752 neu diagnostizierte HIV-Infektionen übermittelt. Gegenüber dem Jahr 2006 (da gab es 2.643 Neudiagnosen) ist dies eine Zunahme um 4%.
Welche Bevölkerungsschicht ist am häufigsten betroffen?
Wichtigste Betroffenengruppe sind mit 65% nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben. Bei ihnen stieg die Zahl der Neudiagnosen erneut überdurchschnittlich an, im Jahr 2007 um 12% gegenüber 2006. Aber auch bei Personen mit Angabe eines heterosexuellen Infektionsrisikos stieg die Zahl der HIV-Neudiagnosen erneut, um 7,5% im Jahr 2007 gegenüber 2006. Bei Infektionen durch Spritzen und bei Menschen aus Ländern, in denen HIV/ AIDS stark verbreitet ist, ging die Zahl der Meldungen dagegen zurück, um 6% bei der Spritzinfektion und 18% bei Migranten.
Wo gibt es weiterführende Informationen?
Seite des Robert Koch Instituts
Wiki-Artikel über HIV
Wiki-Artikel über AIDS
Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Morgen: Die Nacht der Solidarität - was ist geplant, worum geht es?
Wofür steht die Abkürzung AIDS?Die Abkürzung AIDS steht für Acquired Immune Deficiency
Syndrome, also »erworbenes Immunschwächesyndrom«. Es handelt sich um ein Krankheitsbild, das infolge einer Infektion mit dem menschlichen Immunschwächevirus HIV auftritt und durch einen massiven Funktionsverlust der körpereigenen Immunabwehr charakterisiert ist, da HIV die Zellen des Immunsystems befällt.
Was bedeutet HIV?
HIV ist die Abkürzung für Human Immunodeficiency Virus, was zu deutsch »humanes (das heißt, den Menschen befallendes) Immunschwächevirus« heißt.
Ist beides nicht das Gleiche?
Eindeutig nein! Eine Ansteckung mit dem HI-Virus kann zum Krankheitsbild AIDS führen, aber es bedeutet nicht, dass die Krankheit AIDS auch ausbricht.
Wie kann ich mich infizieren?
Normalerweise wird das Virus über Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma übertragen. Dies kann duch offene Wunden geschehen, als auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, wenn das Sperma auf Schleimhäute gerät oder durch leicht verletzliche Stellen auf der Außenhaut dringt.
Ob HI-Viren übertragen werden, hängt von der Virenkonzentration im Blut oder im Sperma ab. So wird seit Langem über die Gefahren beim Oralverkehr gestritten, er wird teilweise als weniger gefährlich angesehen, solange die Ejakulation nicht im Mund erfolgt.
Was passiert nach einer Infektion?
Wenn die Körperflüssigkeiten in blutende Wunden geraten oder aber auf die Schleimhäute gerät, beginnt das Virus, sein Erbgut in jede Zelle des Körpers einzuschleusen.
Normalerweise reagiert dann der Körper: Sobald er nämlich einen Fremdkörper entdeckt, aktiviert er wiederum sein Immunsystem. Dazu hat jede Zelle außen einen Proteinkomplex, das sogenannte MHC. Wenn eine Zelle angegriffen wird, dient das MHC dabei als eine Art Signal und sagt den Zellen des Immunsystems, dass die Zelle befallen ist. Das HI-Virus aber schleust das MHC ins Innere der Zelle, so dass das Immunsystem nicht mehr erkennt, dass die befallene Zelle infiziert ist. Deswegen kann es nicht reagieren.
Diese Zelle infiziert dann wiederum neue Zellen, die dann wieder weitere Zellen infizieren. Das Virus breitet sich im Körper aus und alle auf diese Art befallenenen Zellen können nicht mehr sagen, dass sie krank sind, weil das Protein dafür eingesperrt wurde. Dadurch wird das System angreifbar für jede Art von Krankheit.
Bis die ersten Symptome auftreten, kann es bis zu 15 Jahre dauern, aber sobald eine bestimmte Zahl von Zellen infiziert ist, bricht das gesamte System zusammen. Deswegen stirbt der infizierte Mensch meistens an kleinen Krankheiten.

Was wären mögliche Symptome? Kann ich daran eine Infektion sicher erkennen?
Nein! Die Symptome sind dafür viel zu allgemein. Meist kommt es zu Fieber, Kopfschmerzen und vermehrte Müdigkeit, aber viele Patienten haben gar keine Symptome! Sichere Ergebnisse bringt nur ein HIV-Test!
Wie verläuft ein HIV-Test?
Den HIV-Test kann man beim Gesundheitsamt oder beim Hausarzt machen lassen. Der Vorteil des Amtes ist, dass der Teyt meist kostenlos ist, vor allem aber anonym verläuft. Der Arzt nimmt Blut ab und schickt dieses in ein Labor zur Untersuchung. Nach ungefähr einer Woche erhält er die Testergebnisse zurück und muss sie dem Getesteten persönlich übermitteln - und nicht zum Beispiel am Telefon! Dazu kommt noch die ärztliche Schweigepflicht. Wenn der Test auch nach einer Wiederholung positiv ausfällt, ist man HIV-infiziert. Dies muss anonym dem Robert Koch Institut gemeldet werden.
Wie unterscheidet man HIV und AIDS?
Die Diagnose Aids wird gestellt, wenn bei einem HIV-Positiven bestimmte Infektionen oder bösartige Tumoren, die sogenannten Aids definierenden Erkrankungen, festgestellt werden. Oft sind die Erreger für den gesunden Menschen bzw. für ein gesundes Immunsystem harmlos. Doch durch das geschwächte bzw. vernichtete Immunsystem eines HIV-Positiven kann sich der Organismus nicht mehr gegen selbst harmlose Erreger wehren.
Kann man etwas gegen AIDS tun?
AIDS ist immer noch unheilbar, aber es gibt inzwischen gute Medikamente dagegen. Sie haben bewirkt, dass sich die Lebenserwartung des Infizierten so enorm verlängert hat, dass viele Forscher inzwischen von einer "chronischen Erkrankung" sprechen, zumindest in Ländern mit einem funktionierendem Gesundheitssystem. Die Entwicklung eines Impfstoffes allerdings lässt weiterhin auf sich warten.
Die relativ gute Medikamentenlage ist allerdings immer mehr bedroht, denn viele der Medikamente auf dem Markt wirken nicht mehr oder nicht mehr vollständig. Das Virus ist teilweise resistent gegen die Medikamente geworden. Diese Fähigkeit des Virus, seine enorme Wandlungsfähigkeit also, macht es der Forschung so schwer, erfolgreich Therapien und Arzneeien zu entwickeln.
Wie viele Menschen haben sich im letzten Jahr infiziert?
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist weiter gestiegen. Dem Robert Koch-Institut wur-den für das Jahr 2007 insgesamt 2.752 neu diagnostizierte HIV-Infektionen übermittelt. Gegenüber dem Jahr 2006 (da gab es 2.643 Neudiagnosen) ist dies eine Zunahme um 4%.
Welche Bevölkerungsschicht ist am häufigsten betroffen?
Wichtigste Betroffenengruppe sind mit 65% nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben. Bei ihnen stieg die Zahl der Neudiagnosen erneut überdurchschnittlich an, im Jahr 2007 um 12% gegenüber 2006. Aber auch bei Personen mit Angabe eines heterosexuellen Infektionsrisikos stieg die Zahl der HIV-Neudiagnosen erneut, um 7,5% im Jahr 2007 gegenüber 2006. Bei Infektionen durch Spritzen und bei Menschen aus Ländern, in denen HIV/ AIDS stark verbreitet ist, ging die Zahl der Meldungen dagegen zurück, um 6% bei der Spritzinfektion und 18% bei Migranten.
Wo gibt es weiterführende Informationen?
Seite des Robert Koch Instituts
Wiki-Artikel über HIV
Wiki-Artikel über AIDS
Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Morgen: Die Nacht der Solidarität - was ist geplant, worum geht es?
baumarktpflanze - 6. Jun, 00:01
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
ondamaris (Gast) - 6. Jun, 08:42
klasse, dass du an dieser stelle so auf hiv und aids hinweist!
in sachen test ist vielleicht zu betonen, wie wichtig ein anonymer test ist - ist ein positiver hiv-antikörper-test erst einmal aktenkundig, lassen sich zb viele versicherungen (lebens-, berufsunfähigkeits-versicherung etc) nicht oder nur noch mit sehr gro0en schwierigkeiten abschließen. also wenn hiv-test - dann am besten anonym und mit guter beratung.
in sachen test ist vielleicht zu betonen, wie wichtig ein anonymer test ist - ist ein positiver hiv-antikörper-test erst einmal aktenkundig, lassen sich zb viele versicherungen (lebens-, berufsunfähigkeits-versicherung etc) nicht oder nur noch mit sehr gro0en schwierigkeiten abschließen. also wenn hiv-test - dann am besten anonym und mit guter beratung.
Anonym (Gast) - 6. Jun, 11:15
eine frage, warum sind denn gerade homosexuelle dabei so betroffen? bei nicht gleichgeschlechtlichem sex findet doch auch kontakt mit den körperflüssigkeiten statt
baumarktpflanze (Gast) - 6. Jun, 14:27
Hohe Qoute von Betroffenen bei Homosexuellen
Das liegt einerseits daran, dass sich Homosexuelle viel häufiger testen lassen als Heterosexuelle, also ein statistischer Effekt. Außerdem ist der Analverkehr eine Praktik, wo es gerade beim Passiven viel schneller zu kleinen Verletzungen kommt. Schlußendlich soll die Partnerfluktuation bei Homosexuellen viel höher sein als bei Heterosexuellen, wodurch das Risiko auch viel größer ist.

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