Kleine Begriffskunde: Heteronormativität
Der Begriff der "Heteronormativität" wird immer wieder gerne im Bereich des schwulen Contents benutzt. Aber was ist das eigentlich?
Auch wenn der Terminus gerne benutzt wird, existiert überraschenderweise eine genaue Definition des Begriffes eigentlich gar nicht. Ich versuche ihn mal zu umreissen: Heteronormativität bezeichnet im Grunde die Annahme, dass Heterosexualität die "normale" Sexualität ist und dass es nur zwei Geschlechter auf der Welt gibt. Wohlgemerkt sind das keine Festlegungen, sondern teilweise unbewusste und reflexive Annahmen eines Individuums. Aber diese Annahmen scheinen wiederum so festzustehen, dass man sie nicht weiter zu hinterfragen scheint.

Die etwas andere Regenbogenfamilie
Moment der Unsicherheit
Ein Beispiel: Wenn sich zwei Menschen auf der Straße treffen und unterhalten, gehen beide Personen im Normalfall bewusst oder unbewusst davon aus, dass der Gesprächspartner heterosexuell ist. Gleichzeitig kann der eine den anderen aber auch einordnen: Er kann meist sagen, dass die andere Person männlich oder weiblich ist. Dass man diese Annahmen treffen kann und trifft ist ein Ergebnis der Heteronormativität. In dem Augenblick aber, wo einer der beiden Annahmen widerlegt werden, entsteht ein Moment der Unsicherheit.
Sicherung geltender Macht- und Herrschaftsstrukturen
Wir glauben also, dass Heterosexualität und auch Zweigeschlechtlichkeit eine gewisse Normalitätsstruktur hat. Das bedeutet aber auch, dass etwas als Normalität angesehen wird, was im Grunde aber eine gesellschaftliche Konstruktion ist, die geltende Macht- und Herrschaftsverhältnisse sichert. Nicht umsonst gelten Schwule und Lesben nicht als normal, sondern sind erst einmal anders. Die Heteronormativität ist aber nicht nur in zwischenmenschlichen Beziehungen zu finden, sondern auch viel grundsätzlicher verankert: in den gesellschaftlichen Strukturen, in der Familie, in Arten der Organisation. Es ist damit eigentlich nicht möglich, dem heteronormativen Ordnungssystem zu entkommen.

Ausschluß aus der Gesellschaft
Komplexitätsgrad aus Beziehungen genommen
Wozu soll aber die Heteronormativität dienen? Auf der einen Seite erleichtert sie die Orientierung in der Welt, in dem sie Dinge vereinfacht. Damit wird ein gewisser Komplexitätsgrad in zwischenmenschlichen Beziehungen herausgenommen. Das Verhalten eines Menschen scheint so berechenbarer zu sein und schafft eine gewisse Erwartungssicherheit. Auf der anderen Seite aber polarisiert diese Tatsache ungemein, sie reduziert die Vielfalt und priviligiert in gewisser Hinsicht heterosexuelle Lebensweisen und -praktiken. Somit entsteht eine Hierarchie zwischen Homosexualität und Heterosexualität.
Auch wenn der Terminus gerne benutzt wird, existiert überraschenderweise eine genaue Definition des Begriffes eigentlich gar nicht. Ich versuche ihn mal zu umreissen: Heteronormativität bezeichnet im Grunde die Annahme, dass Heterosexualität die "normale" Sexualität ist und dass es nur zwei Geschlechter auf der Welt gibt. Wohlgemerkt sind das keine Festlegungen, sondern teilweise unbewusste und reflexive Annahmen eines Individuums. Aber diese Annahmen scheinen wiederum so festzustehen, dass man sie nicht weiter zu hinterfragen scheint.

Die etwas andere Regenbogenfamilie
Moment der Unsicherheit
Ein Beispiel: Wenn sich zwei Menschen auf der Straße treffen und unterhalten, gehen beide Personen im Normalfall bewusst oder unbewusst davon aus, dass der Gesprächspartner heterosexuell ist. Gleichzeitig kann der eine den anderen aber auch einordnen: Er kann meist sagen, dass die andere Person männlich oder weiblich ist. Dass man diese Annahmen treffen kann und trifft ist ein Ergebnis der Heteronormativität. In dem Augenblick aber, wo einer der beiden Annahmen widerlegt werden, entsteht ein Moment der Unsicherheit.
Sicherung geltender Macht- und Herrschaftsstrukturen
Wir glauben also, dass Heterosexualität und auch Zweigeschlechtlichkeit eine gewisse Normalitätsstruktur hat. Das bedeutet aber auch, dass etwas als Normalität angesehen wird, was im Grunde aber eine gesellschaftliche Konstruktion ist, die geltende Macht- und Herrschaftsverhältnisse sichert. Nicht umsonst gelten Schwule und Lesben nicht als normal, sondern sind erst einmal anders. Die Heteronormativität ist aber nicht nur in zwischenmenschlichen Beziehungen zu finden, sondern auch viel grundsätzlicher verankert: in den gesellschaftlichen Strukturen, in der Familie, in Arten der Organisation. Es ist damit eigentlich nicht möglich, dem heteronormativen Ordnungssystem zu entkommen.

Ausschluß aus der Gesellschaft
Komplexitätsgrad aus Beziehungen genommen
Wozu soll aber die Heteronormativität dienen? Auf der einen Seite erleichtert sie die Orientierung in der Welt, in dem sie Dinge vereinfacht. Damit wird ein gewisser Komplexitätsgrad in zwischenmenschlichen Beziehungen herausgenommen. Das Verhalten eines Menschen scheint so berechenbarer zu sein und schafft eine gewisse Erwartungssicherheit. Auf der anderen Seite aber polarisiert diese Tatsache ungemein, sie reduziert die Vielfalt und priviligiert in gewisser Hinsicht heterosexuelle Lebensweisen und -praktiken. Somit entsteht eine Hierarchie zwischen Homosexualität und Heterosexualität.
baumarktpflanze - 6. Aug, 00:01
4 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
