Anekdoten aus einem schwulen Leben XVII
Mein erster Quickie in der U-Bahn fand im letzten Jahr statt. Ich war mit Stefan, meinem Bloggerkollegen, unterwegs in Berlin, wir wollten uns abends mit zwei Schulfreunden von mir treffen und bowlen gehen. Also saßen wir im Zug und unterhielten uns. Irgendwann schaute ich auf, wunderte mich, dass niemand mehr im Wagen saß. Die Türen schlossen sich und der Zug fuhr aus dem Bahnhof auf das Abstellgleis.
Wir sprangen auf. Leichte Panik machte sich breit. Die Türen ließen sich nicht öffnen und wir konnten meine Freunde nicht erreichen, um ihnen zu sagen, was uns passiert ist und das es wohl später wird. Der Zug hielt, die Motoren gingen aus. Wir hofften, dass wenigstens das Licht anbleibt und setzten uns wieder hin. Dann ging ein junger Mann mit einer leuchtenden Weste am Waggon vorbei, Stefan ging zum Fenster, klopfte dagegen und winkte. Der Mann schaute uns an, winkte dann freundlich zurück und ging weiter. Wir fühlten uns ein bisschen wie im Zoo.
Ich weiß noch, wie ungewohnt und auch unangenehm es war, das erste Mal in der Öffentlichkeit von einem schwulen Freund geküsst worden zu sein. Sofort musste ich mich versichern, dass niemand etwas mitbekommen hat. Ich wollte nicht mit meiner eigenen Sexualität konfrontiert werden, es war sehr viel Unsicherheit, auch ein bisschen Angst dabei. Das war vor einigen Jahren, ich war noch nicht geoutet, aber in der schwulen Welt schon aktiv. Und während ich daran dachte, legte mir Stefan seine Hand auf meinen Oberschenkel. Heute ist das anders, ich bin geoutet und es ist zwar immer noch nicht normal und immer noch schwingt diese diffuse Unsicherheit mit, wenn ich auf der Straße einen anderen Mann küsse. Aber wahrscheinlich wird das nie verschwinden.
Ich weiß nicht, wie begründet meine Unsicherheit eigentlich ist. Vor Kurzem ist ein guter Freund mit mir Händchen haltend durch die Einkaufspassage gegangen. Das hatte noch niemand vorher mit mir getan. Und es war ein richtig gutes Gefühl, auch wenn sich der ein oder andere nach uns umdrehte. Wir haben uns dann in den Volkspark gelegt und gekuschelt. Neben uns knutschte ein heterosexuelles Pärchen und vor uns saß ein Rentnerehepaar und beäugte uns kritisch. Wir hörten auf, uns zu küssen. Es ist wohl immer noch ein bisschen wie im Zoo.
Damals in der U-Bahn war es auch eine öffentliche Situation. Stefan hätte sich wahrscheinlich nie getraut, mir die Hand auf den Oberschenkel zu legen, wenn noch jemand im Wagen gewesen wäre oder sogar neben uns gesessen hätte. Männer machen das einfach nicht, sie umarmen sich nur zur Begrüssung und geben sich ein Bussi links und rechts. Alles andere würde in vielleicht ungünstige Richtungen interpretiert werden. Und dass Geschlechterrollen auch heute noch eine große Rolle spielen, zeigen auch unsere Interviews, die in den letzten Wochen hier erschienen sind.
Doch zurück zur U-Bahn. Der winkende Mann mit der Weste ging weiter. Die Türen blieben verschlossen und Stefan setzte sich wieder hin. Ruhig bleiben, es wird schon nichts passieren. Und plötzlich gingen die Motoren wieder an. Stefan zog sich seine Hose zurecht, dann fuhr die Bahn langsam wieder Richtung Bahnhof. Die Türen öffneten sich, die wartenden Fahrgäste schauten uns verwundert an. Sie zeigten auf uns, wir wurden rot. Ein bisschen wie im Zoo. Dann entschwanden wir in der Dunkelheit zum Bowlingcenter.
Anekdoten aus einem schwulen Leben.
Jeden Samstag auf Gay Dating Tricks!
Wir sprangen auf. Leichte Panik machte sich breit. Die Türen ließen sich nicht öffnen und wir konnten meine Freunde nicht erreichen, um ihnen zu sagen, was uns passiert ist und das es wohl später wird. Der Zug hielt, die Motoren gingen aus. Wir hofften, dass wenigstens das Licht anbleibt und setzten uns wieder hin. Dann ging ein junger Mann mit einer leuchtenden Weste am Waggon vorbei, Stefan ging zum Fenster, klopfte dagegen und winkte. Der Mann schaute uns an, winkte dann freundlich zurück und ging weiter. Wir fühlten uns ein bisschen wie im Zoo.
Ich weiß noch, wie ungewohnt und auch unangenehm es war, das erste Mal in der Öffentlichkeit von einem schwulen Freund geküsst worden zu sein. Sofort musste ich mich versichern, dass niemand etwas mitbekommen hat. Ich wollte nicht mit meiner eigenen Sexualität konfrontiert werden, es war sehr viel Unsicherheit, auch ein bisschen Angst dabei. Das war vor einigen Jahren, ich war noch nicht geoutet, aber in der schwulen Welt schon aktiv. Und während ich daran dachte, legte mir Stefan seine Hand auf meinen Oberschenkel. Heute ist das anders, ich bin geoutet und es ist zwar immer noch nicht normal und immer noch schwingt diese diffuse Unsicherheit mit, wenn ich auf der Straße einen anderen Mann küsse. Aber wahrscheinlich wird das nie verschwinden.
Ich weiß nicht, wie begründet meine Unsicherheit eigentlich ist. Vor Kurzem ist ein guter Freund mit mir Händchen haltend durch die Einkaufspassage gegangen. Das hatte noch niemand vorher mit mir getan. Und es war ein richtig gutes Gefühl, auch wenn sich der ein oder andere nach uns umdrehte. Wir haben uns dann in den Volkspark gelegt und gekuschelt. Neben uns knutschte ein heterosexuelles Pärchen und vor uns saß ein Rentnerehepaar und beäugte uns kritisch. Wir hörten auf, uns zu küssen. Es ist wohl immer noch ein bisschen wie im Zoo.
Damals in der U-Bahn war es auch eine öffentliche Situation. Stefan hätte sich wahrscheinlich nie getraut, mir die Hand auf den Oberschenkel zu legen, wenn noch jemand im Wagen gewesen wäre oder sogar neben uns gesessen hätte. Männer machen das einfach nicht, sie umarmen sich nur zur Begrüssung und geben sich ein Bussi links und rechts. Alles andere würde in vielleicht ungünstige Richtungen interpretiert werden. Und dass Geschlechterrollen auch heute noch eine große Rolle spielen, zeigen auch unsere Interviews, die in den letzten Wochen hier erschienen sind.
Doch zurück zur U-Bahn. Der winkende Mann mit der Weste ging weiter. Die Türen blieben verschlossen und Stefan setzte sich wieder hin. Ruhig bleiben, es wird schon nichts passieren. Und plötzlich gingen die Motoren wieder an. Stefan zog sich seine Hose zurecht, dann fuhr die Bahn langsam wieder Richtung Bahnhof. Die Türen öffneten sich, die wartenden Fahrgäste schauten uns verwundert an. Sie zeigten auf uns, wir wurden rot. Ein bisschen wie im Zoo. Dann entschwanden wir in der Dunkelheit zum Bowlingcenter.
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baumarktpflanze - 9. Aug, 00:01
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
GDmaster - 7. Aug, 15:41
Sascha, das war der beste U-Bahn Quickie, den ich jemals hatte.
Großartig! :)
An Röte in deinem Gesicht kann ich mich nicht entsinnen, auch nicht an wartende Fahrgäste :P
Großartig! :)
An Röte in deinem Gesicht kann ich mich nicht entsinnen, auch nicht an wartende Fahrgäste :P
Julian (Gast) - 15. Aug, 01:27
Klasse.
Hehe, das war eine klasse Erzählung, vor allem bekommt man erst durch den zurückwinkenden Mann den Eindruck, einfach für ein paar Minuten schmoren zu müssen, aber dass er dann den Zug weiter fährt. ^^
Und das Problem mit den Händchenhalten und dem 'Zoodasein', ist mir selber auch bekannt.
Und das Problem mit den Händchenhalten und dem 'Zoodasein', ist mir selber auch bekannt.

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