Anekdoten aus einem schwulen Leben XIX
Mein erstes Mal fand in einer Berliner Neubauwohnung statt. Ich war noch nicht einmal 18, Schüler, und er war weit über 20 und Theaterschauspieler. Wir hatten uns über den Teletext verabredet, denn ich kannte GayRomeo oder dbna noch gar nicht. Aber der Fernseher lächelte mich an, für 29 cent konnte man da mit anderen Schwulen in Kontakt kommen und so fing ich an zu simsen und lernte per Telefon Menschen kenne, die so waren wie ich. Zwar steigerte das nur bedingt mein Selbstbewusstsein und meinen offenen Umgang mit der Materie, aber ich war nicht alleine. Und eines Tages schrieb mich dann ein User an, der mich gerne auch persönlich kennenlernen wollte.
Da saß ich bei ihm mit einem Glas Wasser in der zitternden Hand auf seinem Bett und redete mich um Kopf und Kragen, während er mir immer näher rückte. Wir hatten uns unverbindlich einfach mal getroffen und er sah ja auch gar nicht schlecht aus, mit seiner Glatze und mit seinem schlanken Körperbau. Seine Wohnung war sauber, sein Telefon dauerbesetzt. Ich erzählte also von mir und meinem Leben und irgendwann fragte er: "Und nun?" Er rückte noch näher, ich zitterte noch mehr. Damals wusste ich nicht, was ich machen sollte und wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Denn naiv war ich noch und ohne jegliche Erfahrung, doch das wusste er nicht. Aber vielleicht ahnte er es.
Und dann fasste er mir auf die Schulter und zog mich an sich. Ich redete weiter, immer mehr und immer weiter, bis mir nichts mehr einfiel. Er sagte nichts und fing an mich zu streicheln. Seine lederne Haut stieß mich ab und dennoch machte es mich irgendwie an, seine Zunge eroberte mich und seine Hose drückte sich an meine. Irgendwann sagte ich nichts mehr. Er mahnte mich zur Langsamkeit, während ich sabberte und ihn aushielt. Es war unangenehm und es war ungewohnt, es tat weh und ich wollte, dass es endlich vorbei ging. Aber es ging nicht vorbei, er verlagerte mich mit ein paar Griffen und er machte weiter, immer schneller und immer schmerzhafter und ich sagte nichts. Ich konnte auch nichts sagen.
Und dann war es doch vorbei, plötzlich, er sagte nichts und ich sagte nichts und er machte alles sauber und dann brachte er mich zur Bushaltestelle und dann sahen wir uns nie wieder und ich dachte mir nur, dass das also das sein soll, von dem alle reden. War es das wirklich? Dieses schmerzhafte, unangenehme Aushalten, dieses Warten auf den Schluß? Und dieses krampfhafte Weiterreden, um nicht anfangen zu müssen, um nicht zu weit zu gehen? Kann man das als schön ansehen? Will man das wieder? Fragte ich mich und fuhr zur Schule.
Inzwischen habe ich mehr Erfahrung, auch weil ich einfach mal nach meiner Sexualität gegoogelt habe. Zwei Beziehungen sind herübergegangen und deswegen weiss ich inzwischen, dass das nicht das war, von dem alle immer reden. Dieser Sex sieht anders aus. Vielleicht haben wir uns deswegen nicht wiedergesehen, auch nicht geschrieben. Auch mein Umgang mit dem Thema hat sich radikal geändert. Nicht, dass ich mit jedem darüber reden würde, aber inzwischen braucht man mich nur in diversen Suchmaschinen einzugeben und schon weiß man Bescheid über meine Homosexualität. Meine Mitarbeit beim schwulen Jugendmagazin dbna und hier bei Gay Dating Tricks und auch beim schwul-lesbischen Radiosender Pride1 stehen nun sogar auf meinem Lebenslauf.
Doch leider bin ich damit ziemlich alleine. Es ist nicht selbstverständlich, dass man so offen dazu steht, zu groß ist die Angst, später einmal Konsequenzen dafür zu spüren. Ich kann das verstehen, ich habe diese Angst auch. Und in diesen Augenblicken würde ich gerne meinen Theaterschauspieler wiedersehen, dann würde ich ihn fragen, sein Beruf, sein Leben. Schauen, ob seine Haut weiter so ledrig ist. Damals habe ich ja nur erzählt. Und gehofft. Wie heute. Aber ich habe seine Nummer nicht mehr und beim Teletext mache ich auch nicht mehr mit.
Anekdoten aus einem schwulen Leben.
Jeden Samstag auf Gay Dating Tricks!
Da saß ich bei ihm mit einem Glas Wasser in der zitternden Hand auf seinem Bett und redete mich um Kopf und Kragen, während er mir immer näher rückte. Wir hatten uns unverbindlich einfach mal getroffen und er sah ja auch gar nicht schlecht aus, mit seiner Glatze und mit seinem schlanken Körperbau. Seine Wohnung war sauber, sein Telefon dauerbesetzt. Ich erzählte also von mir und meinem Leben und irgendwann fragte er: "Und nun?" Er rückte noch näher, ich zitterte noch mehr. Damals wusste ich nicht, was ich machen sollte und wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Denn naiv war ich noch und ohne jegliche Erfahrung, doch das wusste er nicht. Aber vielleicht ahnte er es.
Und dann fasste er mir auf die Schulter und zog mich an sich. Ich redete weiter, immer mehr und immer weiter, bis mir nichts mehr einfiel. Er sagte nichts und fing an mich zu streicheln. Seine lederne Haut stieß mich ab und dennoch machte es mich irgendwie an, seine Zunge eroberte mich und seine Hose drückte sich an meine. Irgendwann sagte ich nichts mehr. Er mahnte mich zur Langsamkeit, während ich sabberte und ihn aushielt. Es war unangenehm und es war ungewohnt, es tat weh und ich wollte, dass es endlich vorbei ging. Aber es ging nicht vorbei, er verlagerte mich mit ein paar Griffen und er machte weiter, immer schneller und immer schmerzhafter und ich sagte nichts. Ich konnte auch nichts sagen.
Und dann war es doch vorbei, plötzlich, er sagte nichts und ich sagte nichts und er machte alles sauber und dann brachte er mich zur Bushaltestelle und dann sahen wir uns nie wieder und ich dachte mir nur, dass das also das sein soll, von dem alle reden. War es das wirklich? Dieses schmerzhafte, unangenehme Aushalten, dieses Warten auf den Schluß? Und dieses krampfhafte Weiterreden, um nicht anfangen zu müssen, um nicht zu weit zu gehen? Kann man das als schön ansehen? Will man das wieder? Fragte ich mich und fuhr zur Schule.
Inzwischen habe ich mehr Erfahrung, auch weil ich einfach mal nach meiner Sexualität gegoogelt habe. Zwei Beziehungen sind herübergegangen und deswegen weiss ich inzwischen, dass das nicht das war, von dem alle immer reden. Dieser Sex sieht anders aus. Vielleicht haben wir uns deswegen nicht wiedergesehen, auch nicht geschrieben. Auch mein Umgang mit dem Thema hat sich radikal geändert. Nicht, dass ich mit jedem darüber reden würde, aber inzwischen braucht man mich nur in diversen Suchmaschinen einzugeben und schon weiß man Bescheid über meine Homosexualität. Meine Mitarbeit beim schwulen Jugendmagazin dbna und hier bei Gay Dating Tricks und auch beim schwul-lesbischen Radiosender Pride1 stehen nun sogar auf meinem Lebenslauf.
Doch leider bin ich damit ziemlich alleine. Es ist nicht selbstverständlich, dass man so offen dazu steht, zu groß ist die Angst, später einmal Konsequenzen dafür zu spüren. Ich kann das verstehen, ich habe diese Angst auch. Und in diesen Augenblicken würde ich gerne meinen Theaterschauspieler wiedersehen, dann würde ich ihn fragen, sein Beruf, sein Leben. Schauen, ob seine Haut weiter so ledrig ist. Damals habe ich ja nur erzählt. Und gehofft. Wie heute. Aber ich habe seine Nummer nicht mehr und beim Teletext mache ich auch nicht mehr mit.
Anekdoten aus einem schwulen Leben.
Jeden Samstag auf Gay Dating Tricks!
baumarktpflanze - 23. Aug, 00:01
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Thommen (Gast) - 23. Aug, 10:14
hetero
So stelle ich mir den ersten heterosexuellen Sex einer Frau vor! ;)

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