Die "Hobby-Huren" von Gayromeo
"Bei StudiVZ bieten Studentinnen Sex gegen Taschengeld an, auf GayRomeo kann man komplette Escort-Profile einrichten, ein Student verkauft Tantra-Massagen im WG-Wohnzimmer: Was ist los mit diesen Leuten? Ist Sex nur noch eine Ware? Wo bleibt die Romantik? Blond fragt nach bei den Hobby-Huren und erklärt euch, was Sex gegen Geld mit eurer Psyche macht"So war es vor ein paar Monaten im Blong Magazin zu lesen. Diese "Hobby Huren" sind StudiVZ dabei ein Dorn im Auge. "Wenn die Administratoren solche Profile entdecken, löschen sie sie mitsamt ihren Gruppen". Zu groß die Gefahr, dass StudiVZ sich einen schlechten Ruf einhandelt. Denn Studenten reagieren empfindlich, wenn sie ihre Werte angegriffen sehen, wie die Protestaktionen im Winter letzen Jahres gegen die lockere Handhabung des "Datenschutzes" zeigte.
Und GayRomeo? Da sieht es ganz anders aus. GayRomeo verdient ordentlich mit der Prostitution - ca. 250.000 Euro im Jahr. Vor weniger als einem Jahr lag diese Schätzung noch bei 150.000 Euro.
Nur wenige großen Internetportale trauen sich diesen Schritt - der Integration von Callboys in einen beliebten Messenger. Welche Auswirkungen hat dies auf die Szene? Wie verändern die blauen Seiten die Sexworker und wie der Job in diesem Gewerbe den Menschen dahinter?
Gay Dating Tricks hat sich für dich mit Pädagogen, Sozialarbeitern und einem Ex-Callboys unterhalten um diesen Frage nachzugehen.

Meine Seele für eine Markenhose
Als ich mich zum Thema Barebacking informierte, schrieb ich mit einem "Health Supporter" der AIDS-Hilfe Westmecklenburg.
"Es gibt bei Gayromeo einige Aspekte, die mir viel größere Bauchschmerzen bereiten als die Barebacking-Clubs. [Zum Beispiel] das Problem, [...] dass es Jugendlichen unheimlich leicht gemacht wird, sich zu prostituieren. Wir alle wissen, das gerade bei Schwulen ein gewisser Markenwahn sehr ausgeprägt ist. Besonders junge Schwule scheinen diesem Ideal sehr verfallen zu sein. Dass das mitunter eine Menge Geld kostet ist uns allen klar. Welcher Gedanke liegt dann da am nächsten, sich über einen Escortservice schnell ein paar Euros zu verdienen. Eine Tendenz, die in den letzten Jahren erschreckend zugenommen hat."
Ohne, ihn explizit nach den Callboys gefragt zu haben, erzählte er mir von seinen Bedenken bezüglich der Escorts. Seine Worte riefen mir die Tragweite dieses Themas ins Gedächtnis. Man loggt sich bei Romeo ein, der ein oder andere liest den großen Button "Escorts" - doch wirklich Gedanken gemacht hatte ich mir nie.
GayRomeo nutzt hier die Macht des Faktischen. Ist erstmal eine "Einrichtung" / eine Funktion geschaffen, so ist sie weitaus schwerer weg zu diskutieren.
Es gibt einige User, die regen sich über Escorts auf, weil viele davon ihrer Arbeit "schwarz" hinterher gehen. Doch meine Sorge gilt eigentlich mehr dem psychischen Aspekt. Sind Callboys, deren Tätigkeit von Romeo gefördert wird, nicht eher "arm dran"?
"Nein", meint Ex-Callboy Hartwig, Blogger von KleineHafenNutte, "in Hamburg ist mir beispielsweise mal ein Streetworker über den Weg gelaufen, der mich unbedingt retten wollte. Irgendwie dachte er, dass jemand auf dem Strich einfach Probleme haben muss. Die Jungs, die ich kenne und die bei GayRomeo ein Profil haben, leiden nicht darunter.
Wobei ich von Jungs rede, die freiwillig Sexworker sind. Vielleicht um sich mal eine Jeans mehr zu kaufen. Die Callboys, die ohne Not anschaffen, um sich mal was extra leisten zu können, sind ganz normale Jungs, die keiner als Sexworker erkennen würde.
Es gibt auch noch den Beschaffungsstrich, die aus einer Notsituation heraus anschaffen - dort wird dir jeder sagen, dass er so schnell wie möglich aussteigen möchte. "
Hartwig berichtet in seinem Blog nicht immer positiv über das Leben als Sexworker. Darum fragte ich ihn, ob er sein Leben anders gestaltet hätte, wenn er seine Vergangenheit verändern könnte. Seine Antwort überraschte mich:
"Es ist wie eine Sucht. Wer einmal anfängt, hört nicht mehr so schnell wieder damit auf."
"Wenn ich etwas ändern könnte, hätte ich früher angefangen."
Hier geht es zum zweiten Teil von "Die 'Hobby-Huren' von Gayromeo"
Und Übermorgen:
Gay Dating Tricks fragte für dich Diplom-Sozialpädagoge Ralf Rötten, Mitarbeiter von SUB/WAYberlin e.V., nach seinen Erfahrungen im Umgang mit Callboys und wie das Online Dating das Leben der Sexworker veränderte.
Mehr zum Thema findest Du hier:
Ein offenes Geheimnis
Teil 1: Wurzeln von GR - Erados
Ich kenne kaum jemanden, der von dieser Webseite gehört hat.
Ein Link auf die Seite...
Der GayRomeo-Clone
Habe ich Netcallboys aufgezählt?
Eine Kontaktbörse mit der Zielgruppe junger Jugendlicher bietet einen Escort Service??
Müssen die denn GayRomeo alles ...
Und GayRomeo? Da sieht es ganz anders aus. GayRomeo verdient ordentlich mit der Prostitution - ca. 250.000 Euro im Jahr. Vor weniger als einem Jahr lag diese Schätzung noch bei 150.000 Euro.
Nur wenige großen Internetportale trauen sich diesen Schritt - der Integration von Callboys in einen beliebten Messenger. Welche Auswirkungen hat dies auf die Szene? Wie verändern die blauen Seiten die Sexworker und wie der Job in diesem Gewerbe den Menschen dahinter?
Gay Dating Tricks hat sich für dich mit Pädagogen, Sozialarbeitern und einem Ex-Callboys unterhalten um diesen Frage nachzugehen.

Meine Seele für eine Markenhose
Als ich mich zum Thema Barebacking informierte, schrieb ich mit einem "Health Supporter" der AIDS-Hilfe Westmecklenburg.
"Es gibt bei Gayromeo einige Aspekte, die mir viel größere Bauchschmerzen bereiten als die Barebacking-Clubs. [Zum Beispiel] das Problem, [...] dass es Jugendlichen unheimlich leicht gemacht wird, sich zu prostituieren. Wir alle wissen, das gerade bei Schwulen ein gewisser Markenwahn sehr ausgeprägt ist. Besonders junge Schwule scheinen diesem Ideal sehr verfallen zu sein. Dass das mitunter eine Menge Geld kostet ist uns allen klar. Welcher Gedanke liegt dann da am nächsten, sich über einen Escortservice schnell ein paar Euros zu verdienen. Eine Tendenz, die in den letzten Jahren erschreckend zugenommen hat."
Ohne, ihn explizit nach den Callboys gefragt zu haben, erzählte er mir von seinen Bedenken bezüglich der Escorts. Seine Worte riefen mir die Tragweite dieses Themas ins Gedächtnis. Man loggt sich bei Romeo ein, der ein oder andere liest den großen Button "Escorts" - doch wirklich Gedanken gemacht hatte ich mir nie.
GayRomeo nutzt hier die Macht des Faktischen. Ist erstmal eine "Einrichtung" / eine Funktion geschaffen, so ist sie weitaus schwerer weg zu diskutieren.
Es gibt einige User, die regen sich über Escorts auf, weil viele davon ihrer Arbeit "schwarz" hinterher gehen. Doch meine Sorge gilt eigentlich mehr dem psychischen Aspekt. Sind Callboys, deren Tätigkeit von Romeo gefördert wird, nicht eher "arm dran"?
"Nein", meint Ex-Callboy Hartwig, Blogger von KleineHafenNutte, "in Hamburg ist mir beispielsweise mal ein Streetworker über den Weg gelaufen, der mich unbedingt retten wollte. Irgendwie dachte er, dass jemand auf dem Strich einfach Probleme haben muss. Die Jungs, die ich kenne und die bei GayRomeo ein Profil haben, leiden nicht darunter.
Wobei ich von Jungs rede, die freiwillig Sexworker sind. Vielleicht um sich mal eine Jeans mehr zu kaufen. Die Callboys, die ohne Not anschaffen, um sich mal was extra leisten zu können, sind ganz normale Jungs, die keiner als Sexworker erkennen würde.
Es gibt auch noch den Beschaffungsstrich, die aus einer Notsituation heraus anschaffen - dort wird dir jeder sagen, dass er so schnell wie möglich aussteigen möchte. "
Hartwig berichtet in seinem Blog nicht immer positiv über das Leben als Sexworker. Darum fragte ich ihn, ob er sein Leben anders gestaltet hätte, wenn er seine Vergangenheit verändern könnte. Seine Antwort überraschte mich:
"Es ist wie eine Sucht. Wer einmal anfängt, hört nicht mehr so schnell wieder damit auf."
"Wenn ich etwas ändern könnte, hätte ich früher angefangen."
Hier geht es zum zweiten Teil von "Die 'Hobby-Huren' von Gayromeo"
Und Übermorgen:
Gay Dating Tricks fragte für dich Diplom-Sozialpädagoge Ralf Rötten, Mitarbeiter von SUB/WAYberlin e.V., nach seinen Erfahrungen im Umgang mit Callboys und wie das Online Dating das Leben der Sexworker veränderte.
Mehr zum Thema findest Du hier:
Ein offenes Geheimnis
Teil 1: Wurzeln von GR - Erados
Ich kenne kaum jemanden, der von dieser Webseite gehört hat.
Ein Link auf die Seite...
Der GayRomeo-Clone
Habe ich Netcallboys aufgezählt?
Eine Kontaktbörse mit der Zielgruppe junger Jugendlicher bietet einen Escort Service??
Müssen die denn GayRomeo alles ...
GDmaster - 5. Dez, 00:01
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Mike (anonym) - 7. Dez, 23:51
Also ich denke, solange man wirklich freiwillig als Sexworker arbeitet, sollte es jedem selbst überlassen bleiben, bei den jugendlichen Kandidaten würde ich allerdings eine Hand draufhalten, das muss nun wirklich nicht sein. Wer allerdings nur etwas dazu verdienen will, nun ja, irgendwo ist Sex doch auch die schönste Nebensache der Welt. Da muss man sich ja nun nicht genieren.

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