Ich finde die Diskussion spannend, Dein Interview dazu fand ich wirklich gut.
Ein paar Gedanken meinerseits:
GayRomeo verdient nicht generell direkt an Escorts, nur wenn sie einen Star-Account wählen. Sicherlich wird der ein oder andere neue User der Escorts wegen dazukommen, andererseits sind - wie im letzten Interview beschrieben - die Hälfte aller Freier ohne schwuler Identität, und gehen deshalb nicht zu GayRomeo.
Ich bezweifle, dass viele, die sich als Escort angemeldet hat, tatsächlich viel verdienen. Statistische Aussagen über die Menge der angemeldeten Escorts halte ich für schwierig.
Die meisten Schwulen hatten schon Sex mit Männern, die sie gar nicht mochten. Sex um des Sexes Willen ist bei Schwulen häufig, vielleicht Teil der Identität.
Der Grund, über Sex Bestätigung zu suchen (vielleicht eines der Motivationen es als Escort zu probieren), liegt nicht im Online, sondern an der Schwulen-Szene an sich. Das einzige was uns Schwule letztlich verbindet ist die Sexualität, deshalb ist all das, was uns Schwule gemeinsam machen lässt, sexuell konnotiert. Da Schwule nicht überall so sein können wie sie wollen, ziehen sie sich auf Ihresgleichen zurück, der Fokus auf Sex ist dementsprechend größer als in anderen gesellschaftlichen Gruppierungen.
Instrumentalisierter Sex verändert einen, das trifft aber nicht nur auf Escorts zu: Auch in festen Beziehung wird Sex nicht nur aus Gründen der Liebe und Geilheit praktiziert.
Noch leben wir in einer Gesellschaft, in der Schwule verdeckt leben, oder sich maximal als Bisexuell bezeichnen. Für die ist Sex gegen Bezahlung eine Möglichkeit, ihre Bedürfnisse auszuleben. (wenn sie in Sexkinos oder Saunen gehen, bezahlen sie ja auch, nur eben den Betreiber) Das gilt vielleicht auch für die älteren unter uns, die entweder noch aus einer Generation stammen, als Schwulsein strafbar war und es nicht anders kennen, oder die glauben - dem Jugendwahn sei Dank - sie bekämen sonst niemanden mehr ab.
Es werden immer User dabei sein, die anderen Geld für Sex bieten und solche, die Sex gegen Geld anbieten. Die Escortseite führt dazu, die andere Seite frei von solchen Offerten zu halten.
Es ist so wie es ist; das ist zwar nicht immer schön, aber das müssen wir aushalten. Ich denke, Solidarität geht vor. Moralische Bedenken haben schon die anderen genug.
GDmaster - 13. Dez, 13:20
Danke für dein Lob und dein ausführliches Kommentar :o)
"Die Escortseite führt dazu, die andere Seite frei von solchen Offerten zu halten."
Das ist ein gutes Argument.
Du hast recht - man kann gar nicht ignorieren, dass wir in einer Szene leben, die stark den sexuellen Charakter betont. Das trifft jedoch nicht auf alle zu und ich glaube, es handelt sich dabei um ein hausgemachtes Problem.
Ob das schon zur Legitimation reicht?
Vielleicht aber geht dieser Gedankengang zu weit weg von der ursprünglichen Frage, ob man Prostitution fördern sollte. Beziehungsweise ob man es gut heißen sollte, dass junge Menschen mehr und mehr in die Prostitution über GayRomeo gelangen.
dies ist Dein Blog rund um schwule Themen mit vielen Ratschlägen zum Onlinedating, interessanten Hintergrundinfos zur größten, deutschen, schwulen Kontaktbörse GayRomeo und hilfreichen Tipps zur Userverwaltung, zum Profilaufbau und beim Chatten.
Ein paar Gedanken meinerseits:
GayRomeo verdient nicht generell direkt an Escorts, nur wenn sie einen Star-Account wählen. Sicherlich wird der ein oder andere neue User der Escorts wegen dazukommen, andererseits sind - wie im letzten Interview beschrieben - die Hälfte aller Freier ohne schwuler Identität, und gehen deshalb nicht zu GayRomeo.
Ich bezweifle, dass viele, die sich als Escort angemeldet hat, tatsächlich viel verdienen. Statistische Aussagen über die Menge der angemeldeten Escorts halte ich für schwierig.
Die meisten Schwulen hatten schon Sex mit Männern, die sie gar nicht mochten. Sex um des Sexes Willen ist bei Schwulen häufig, vielleicht Teil der Identität.
Der Grund, über Sex Bestätigung zu suchen (vielleicht eines der Motivationen es als Escort zu probieren), liegt nicht im Online, sondern an der Schwulen-Szene an sich. Das einzige was uns Schwule letztlich verbindet ist die Sexualität, deshalb ist all das, was uns Schwule gemeinsam machen lässt, sexuell konnotiert. Da Schwule nicht überall so sein können wie sie wollen, ziehen sie sich auf Ihresgleichen zurück, der Fokus auf Sex ist dementsprechend größer als in anderen gesellschaftlichen Gruppierungen.
Instrumentalisierter Sex verändert einen, das trifft aber nicht nur auf Escorts zu: Auch in festen Beziehung wird Sex nicht nur aus Gründen der Liebe und Geilheit praktiziert.
Noch leben wir in einer Gesellschaft, in der Schwule verdeckt leben, oder sich maximal als Bisexuell bezeichnen. Für die ist Sex gegen Bezahlung eine Möglichkeit, ihre Bedürfnisse auszuleben. (wenn sie in Sexkinos oder Saunen gehen, bezahlen sie ja auch, nur eben den Betreiber) Das gilt vielleicht auch für die älteren unter uns, die entweder noch aus einer Generation stammen, als Schwulsein strafbar war und es nicht anders kennen, oder die glauben - dem Jugendwahn sei Dank - sie bekämen sonst niemanden mehr ab.
Es werden immer User dabei sein, die anderen Geld für Sex bieten und solche, die Sex gegen Geld anbieten. Die Escortseite führt dazu, die andere Seite frei von solchen Offerten zu halten.
Es ist so wie es ist; das ist zwar nicht immer schön, aber das müssen wir aushalten. Ich denke, Solidarität geht vor. Moralische Bedenken haben schon die anderen genug.
"Die Escortseite führt dazu, die andere Seite frei von solchen Offerten zu halten."
Das ist ein gutes Argument.
Du hast recht - man kann gar nicht ignorieren, dass wir in einer Szene leben, die stark den sexuellen Charakter betont. Das trifft jedoch nicht auf alle zu und ich glaube, es handelt sich dabei um ein hausgemachtes Problem.
Ob das schon zur Legitimation reicht?
Vielleicht aber geht dieser Gedankengang zu weit weg von der ursprünglichen Frage, ob man Prostitution fördern sollte. Beziehungsweise ob man es gut heißen sollte, dass junge Menschen mehr und mehr in die Prostitution über GayRomeo gelangen.