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Donnerstag, 11. Juni 2009

310 Leute haben wir gefragt, nennen Sie...

Auswertung der großen Oster-Umfrage
Am 12. April starteten Steffen030, GayInfoboard und GayDatingTricks eine Umfrage zum Online-Verhalten von Schwulen.
Wir (also Steffen, Tobi und meine Wenigkeit) haben dabei den Besucheransturm ausgenutzt, der aufgrund der Ostereiersuche von GayRomeo zu erwarten war. Jeder von uns hatte ein paar Fragen hinzugefügt. Hier nun die Ergebnisse.

Teilgenommen haben 310 Männer und eine Frau. So leid es mir tut, die Antworten der Teilnehmerin musste ich leider entfernen. Ein kurzes Wort zur Fehlerrechnung. Ganz ehrlich... Ich muss im Studium ziemlich oft Fehlerbetrachtungen durchführen. Darum verzeih mir, wenn dies hier nicht ausführlich geschieht.
Für eine repräsentative Umfrage benötigt man circa 1.000 Teilnehmer. Mit 310 Befragten liegen wir eigentlich ganz gut im Rennen. Und unter uns Pastorentöchtern: Manch ein Student, der an seiner Masterarbeit sitzt, ist mit einer Umfrage zufrieden, wenn er auch nur 150 Leute zusammen kriegt.
Nichtsdestotrotz sind nicht alle Ergebnisse unserer Umfrage signifikant - also nagel mich nicht auf 5% Prozent fest.
Du findest darüber hinaus nur gerundete Werte, denn 54,2343 % aller Statistiken gaukeln eine zu hohe Genauigkeit vor.


Woher kamen die Teilnehmer
 
Der Großteil der Befragten kam über GDT zur Umfrage. GayBC und MagicM waren so freundlich auf unsere Aktion hinzuweisen. Ich danke euch.

Orientierung
 
Mich überrascht ein wenig, dass Bisexuelle lediglich mit 10% vertreten waren.

Alter
 
Mittelwert : 30,4 Jahre
Das Ergebnis entspricht den Erwartungen und dieser Verlauf wurde bereits von anderen Statistiken bestätigt. Im Übrigen sind alle Angaben in den Diagrammen in Prozent angegeben.

Beziehungsstatus
 
54% gaben an Single zu sein, 34% vergeben und der Rest ist "irgendetwas dazwischen".

Alter der Singles
 
Wie wir sehen, findet man tendenziell mehr jüngere Singles . Es hat fast den Anschein, als ob die beiden Kurvenverläufe gegeneinander um 5 Jahre verschoben sind.

"Wie lernst Du Jungs kennen?"
 
Mehrfache Antworten waren hierbei möglich. Ein Teilnehmer wies mich darauf hin, dass "Jungs" ein schwammiger Begriff ist. "Dates" meinte ich damit - das haben die meisten zum Glück so verstanden.

Schwule, die "Internet" antworteten, wählten ebenfalls:
 
14% aller Teilnehmer nutzen dabei ausschließlich das Internet um Kontakte zu knüpfen. Zusätzlich gaben 5 Männer an, in Kneipen neue Leute kennenzulernen, 7 tun dies in einer Sauna und 2 gehen cruisen.


Dorf oder Großstadt?
 
Auch hier sind die Begriffe "Dorf" und "Kleinstadt" nicht klar definiert. Gewählt wurde wahrscheinlich die "gefühlte Stadtgröße".

Wie viele Zivis
 
Ich hatte die Theorie aufgestellt, dass besonders viele Schwule Zivildienst ableisten. Mich verblüffte, dass sich der Großteil (44%) vor dem Ersatzdienst drückt. 33% wählten den Zivildienst, 19% Wehrdienst, 3% entschieden sich für ein FSJ und 0,7% waren im Ausland (ADiA - Anderer Dienst im Ausland).

Altersstruktur Wehrdienst
 
Das finde ich interessant. Man erkennt deutlich, dass es kaum jüngere Bundis gibt. Früher war es offenbar nicht leicht sich dem Wehrdienst zu verweigern.

Welche Kontaktbörse nutzt Du?
 
Der rote Anteil repräsentiert mit 59 % die User, welche ausschließlich GayRomeo nutzen. Das Durchschnittsalter der Romeo-Nutzer beträgt
30 Jahre, das der GayRoyal-Nutzer 39 und dbna-User sind im
Schnitt 24 Jahre alt. Anzumerken ist, dass Funkyboys mehrfach zusätzlich mit angegeben wurde. Es stand nicht separat zur Auswahl. Da habe ich dieses Portal wohl unterschätzt.

Die Faker
 
35 % der Befragen gaben an, sie hätten bereit schon einmal gefaket. In der gleichen Größenordnung liegt der Anteil derer, welche mindestens(!) ein Zeitprofil besitzen (27%).
Es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Singles und Pärchen gefunden. Beide scheinen ungefähr gleich oft zu faken. Für genaue Aussagen fehlt es an dieser Stelle jedoch an der nötigen Auflösung.

Wozu nutzt Du dein Zweitprofil?
 
Als Grund für ein Zweitprofil nannten 55% die Suche nach Sexdates. 30% nutzen dieses Profil für zwei verschiedene Freundeskreise oder zwei verschiedene Städte. Zum Ausspionieren anderer User gebrauchen 42% der Befragten ihr Zweitprofil.
Die Prozentangaben beziehen sich auf die Teilnehmer, die diese Frage beantworteten. Normalerweise wurden die meisten Fragen von durchschnittlich 97% aller Jungs ausgefüllt. Bei diesem Unterpunkt schrumpfte die Beteiligung auf 24%. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass nicht alle User ein Zweitprofil besitzen.
Zusätzlich gab ein Teilnehmer an, er nutze das zusätzliche Profil zum Ausleben eines Fetisch. Etwas verwirrt hat mich die Angabe "Als Eigenwerbung" und "beruflich".

Ich suche eine monogame Beziehung
 
Die Befragten wurden gebeten ihre Zustimmung zu dieser Aussage auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten mitzuteilen. 10 Punkte entspricht dabei voller Übereinstimmung.
Ich teil die Antworten mal in Kategorien ein:
(1-4): eher untreu, 24%
(5-8): eher treu, 23 %
(9-10): definitiv treu, 52%

Leider waren ein, zwei Fragen missverständlich gestellt. Diese Frage war ebenfalls anfangs nicht eindeutig formuliert, weshalb ich die ersten 100 Antworten an dieser Stelle nicht wertete.

 
Den Wert der "eher Untreuen" sehe ich durch die Frage "Suchst Du innerhalb einer Beziehung online nach Sex" bestätigt. 20% bejahten dies.


Was suchst Du online?
 
Die meisten (70%) möchte lediglich Kontakt zu Freunden halten. Der rote Anteil kennzeichnet die User, die ausschließlich Sex suchen (5%).

Es bestand die Möglichkeit weitere Ziele schriftlich zu nennen.
Darunter waren: "Date für Kino, Kaffee trinken", "Wixen", "Informationen", "Eine nette Unterhaltung", "Nette Treffen".

Irgendwie mag ich das Wort "nett" nicht. Ich mein, "nett" ist auch ein Teppich...

Suchen Bundis etwas anderes?
 
Was "Freunde" und "Beziehung" angeht, sind die Unterschiede zwischen Bundis und Zivis nicht signifikant. Nur halten scheinbar die Soldaten eher Ausschau nach Sex als die Zivildienstleistenden.

Was bedeutet das Wort "Date" für dich?
 
Ich finde es ein wenig traurig, dass GayRomeo das Wort "Date" mit der Beschreibung "Mehr als Sex" charakterisiert. Viele in meinem Freundeskreis sind der Meinung, es habe etwas anzügliches an sich, wenn man mit dem Status "Date" online geht. Kein Wunder, wenn es als "Sex und mehr" deklariert wird. Ob die Macher von Romeo damit gezielt Hemmschwellen herabsetzen möchten, oder spielt Sex in ihrem Leben tatsächlich eine solch große Rolle? Ursprünglich bedeutet dieses Wort in der englischen Sprache nix weiter als eine Verabredung oder ein Rendezvous.
Schauen wir, ob die GR-Definition auf den Großteil der Internet-Nutzer abgefärbt hat:
50% verstehen unter einem "Date" ein zwangloses Treffen, 26% ein Rendezvous und 22% ein Sexdate.

Einige Teilnehmer spezifizierten: "Schauen was draus wird", "Irgendwas zwischen Sexdate und Kennenlernen", "Etwas zwischen Sexdate und Rendezvous", "Mal so, mal so :-)"





Bist Du Plus-User?
 
40% - So viele Plus-User hätte ich nicht erwartet. Nun könnte man überlegen, ob Leser meines Blogs oder User, die nach GayRomeo-Eiern gesucht haben, sich allgemein mehr für Kontaktbörsen interessieren und daher eher geneigt sind dafür Geld auszugeben. Aber selbst wenn wir zehn Prozent abschlagen, sind 30% immer noch beachtlich.
Denke daran, dass sich die 40% nur auf die "wahren Nutzer" beziehen. Das heißt, man kann dies nicht einfach auf die Account-Anzahl umrechnen.

Magst Du GayRomeo?
 
Hier wieder eine Bewertung auf der Skala von 1 bis 10. Zehn stellt dabei die größte Sympathie für den Marktführer dar.
Sei das geschlossene Intervall von 7 bis 10 der Bereich, den zufriedene User wählen, dann sind 75% der Befragten mit GR glücklich.

Zufriedenheit in Abhängigkeit anderer Portale
 
War zuerst das Ei oder das Huhn da?
Möchte sagen: Welche Kausalkette ist gültig?
Sind einige Internet-Nutzer mir Romeo weniger glücklich und wechseln darum zu anderen Portalen oder aber sind sie mir GR unzufrieden, weil sie andere Portale kennen und vielleicht deren Funktionen besser finden?

Wie oft hast Du dein Profil gelöscht?
 
Der Löwenanteil (66%) der User hat noch nie sein Profil gelöscht.


Werbung auf GayRomeo? Nervend?
Gegeben war erneut eine Skala von 1-10. Hier sehen wir, dass wir nichts sehen. Den meisten ist die Werbung egal (35%). Der Rest verteilte sich gleichmäßig auf alle anderen Antwortmöglichkeiten. Leider war auch diese Frage zunächst kontraintuitiv gestellt. Ich muss zu unserer Verteidigung sagen, dass wir den Fragebogen unter Zeitdruck zusammen stellten.


Was würdest Du bei GayRomeo verbessern?
Kommen wir zu einem der interessantesten Fragen, da bei diesem Unterpunkt die Antworten sehr unterschiedlich ausfielen. Wo liegen die Defizite des derzeitigen Marktführers? Ich finde, wir sollten Geld für solch eine Marktforschung verlangen. In den Klammern findest Du die Anzahl der Teilnehmer, die ähnliche Vorschläge machten, gefolgt von einer exemplarischen Antwort.

(18) "Was mir am meisten fehlt ist ein Gruppenchat"
(13) "NIX!!"
(10) "Alles ;o) naja, fast alles"
(11) "Design, Layout", "Die Übersichtlichkeit...
       viel zu kompliziert für Einsteiger"
( 9) "Fakerschutz", "PostIdent-Verfahren als Option"
( 6) "Teilweise weniger Fokus auf Sex, aber das ist auch Usersache."
( 6) "Mehr 'social networking'", "Mehr Web 2.0"
( 6) "Einbinden von Videos"
( 5) "Höhere Limits", "Verlauf sollte erhalten bleiben"
( 3) "Umkreissuche (wer an der Grenze zwischen mehreren Regionen
       wohnt, wird auf der anderen Seite nicht gefunden, sogar wenn es
       ganz nah ist)"
( 3) "User vollständig ausblenden lassen (Bestimmte Leute will ich
       nicht sehen, die mich gespeichert haben), das umfasst auch User die
       mich blocken"

Etwas lustigere Wünsche:
  • "Mehr junges Volk", "Die User? ;)", "... die Kerle!", "Die Idee von Gayromeo finde ich gut, das Problem sind eher die Menschen, die es nutzen :(", "Erwachsene Leute über 26 rauswerfen"
  • "Körpertyp 'Atlethisch' entfernen."
  • "Das es keine XXX-Bilder gibt", "Alle können xxx-Bilder gucken"
  • "Bild im Profil als Pflicht für jeden!"
Und noch ein paar Antworten, zu denen ich Anmerkungen habe.
"Die Messages per Entertaste abschicken können bzw. strg+enter"
Das ist jetzt schon möglich. Drücke die Tabulator-Taste gefolgt(!) von der Enter-Taste zum Versenden der Message. Das klappt nicht nur bei Romeo, sondern bei vielen anderen Kontaktbörsen ebenso (z.B. StudiVZ).

"Externe Anwendung für Trillian und iPhone"
So schnell wird PlanetRomeo keinen Fuß aufs iPhone kriegen. Appel ist nämlich recht pingelig, was anzügliche Anwendung angeht. Beispielsweise wurde eine Application für das Gutenberg-Projekt abgelehnt, weil es den Zugang zum Kamasutra gewährleistet.

"Das man Bilder auch raus ziehen kann und speichern"
Hier erfährst Du wie das ginge.


Die Anzahl der Partner
 
Von den Teilnehmern hatten ganze 21% noch nie einen Partner (online gefunden). Einige nannten eine ungewöhnlich hohe Partneranzahl (Werte wie "100" oder "250").

Das Antwort-Verhalten
 
Nur 28% der User antwortet in jedem Fall.

Ich warte lieber darauf, dass ich angeschrieben werde.
Die Teilnehmer gewichteten diese Aussage erneut mit 1 bis 10 Punkten. Leider gab es hier nicht viel zu erkennen. Im Grunde wurde alles gleichmäßig gewählt.





Ungeschützten Verkehr habe ich...
 
Zur Auswahl standen die Aussagen:
"wenn der andere zustimmt/ es möchte" - (11%)
"wenn ich ihm vertraue" - (19%)
"wenn wir zusammen sind" - (18%)
"nur nach einer längeren Partnerschaft" - (42%)
"nachdem wir einen HIV-Test gemacht haben" - (36%)
"Immer geschützten Verkehr" - (37%)
"Nie geschützten Verkehr" - (4%)

Sexuell übertragbare Krankheiten
 
Um ehrlich zu sein, musste ich bei der ein oder anderen Erkrankung erstmal nachschlagen, was das eigentlich genau ist. 18% der Beteiligten sagten, sie waren oder seien erkrankt. Na, ob da alle ehrlich antworteten?

 
Ein User merke an, dass Tripper auch ohne Geschlechtsverkehr übertragbar sei. Auf die genauen Prozentangaben ist hier kein Verlass, da die Signifikanz in den Boden geht.

Wo hast Du dich ansteckt?
29 Teilnehmer gaben an, sich bei einem Sexdate infiziert zu haben.
5 durch den eigenen Partner.
Hinweis: Dies sind Absolutwerte, keine Prozente.

Vier weitere Männer gaben die folgenden Übertragungswege an: "Gemeinschaftsdusche", "Sauna", "Kneipenklo", "Drogenkonsum".

Ist dein Sexmodul deaktiviert?
 
Im Rahmen der Genauigkeit der "Messwerte" fand ich keine Auffälligkeiten bei den sexuellen Präferenzen oder der Größe des Gemächts in Bezug auf diese Frage. Die Fragestellung war für die ersten 100 Teilnehmer noch etwas schwer verständlich formuliert, weshalb die ersten 100 Stimmen bei diesem Unterpunkt nicht berücksichtigt werden konnten.

Kleine Schönheitskorrekturen
 
Diesmal ging die Skala nicht von 1-10, sondern von 1-5. Ein wenig kontraintuivit: 1 steht hierbei für absolute Ehrlichkeit.
Ein Ergebnis, das nicht besonders überrascht. Wer würde schon abstreiten wollen, dass das wirklich ein Waschbrettbauch ist?

Unter der Gürtellinie
 

Schwanzlänge
 
Für viele Schwule eine interessante wichtige Frage. Doch wir wollen mal den Anspruch heben. Ich hatte gehofft Unterschiede zu sehen in Bezug auf die Profilangaben. Doch was die Penisgröße angeht, sehen wir keine Abweichungen. Im Gegenteil. Der Kurvenverlauf stimmt erstaunlich gut mit bereits bekannten Statistiken überein.

Präferenz beim Analverkehr
"Ich mag Analverkehr" - 10% aller Befragten lehnten diese Aussage ab. In diesem Zusammenhang hier ein guter Beitrag von GayWest:
Why are our opponents so obsessed with "butt sex"?
[...] It occurred to me a few weeks ago when a poster on a conservative blog complained that gays "expect us to approve of butt sex and call it marriage."

"Our opponents contemplate our lives, our love, our longing, and what do they see? Butt sex. Such obtuseness is depressing."
Eine beliebte Frage, die immer und immer wieder in schwulen Foren diskutiert wird. Wer hat mehr Auswahl?
Betrachten wir die Problematik differenzierter, indem wir ein Auge auf die "Topologie" der Vorzüge im Bett werfen.
 
Wir baten die Teilnehmer ihre Zustimmung zu den Aussagen "Ich bin gerne aktiv/passiv" mit 1 bis 5 Punkten zu gewichten. Fünf steht wie gehabt für maximale Zustimmt. Befragt wurden nur Jungs, die zuvor Analverkehr bejahten.
Es fällt auf, dass Kombinationen aus niedrigen Wertungen (z.B. aktiv 3, passiv 1) nicht gewählt wurden. Durch die drei Nullen werden 1% der Teilnehmer vernachlässigt.
Aktive und Passive existieren scheinbar gleich häufig. Die leichte Überzahl der Passiven ist statistisch nicht aussagekräftig- kann man also knicken. Im Mittel ist es so gut wie ausgewogen.

Pornographie & Gruppensex
Zum Abschluss noch zwei Diagramme, die der Tobi irgendwie verwursten wollte...
 

 
Jungs, die die Idee einer Orgie ablehnten, wurde übrigens nicht gefragt, ob sie jemals an einer teilgenommen haben.

Uff.. endlich geschafft. Jetzt weißt Du auch, warum es ein wenig gedauert hat mit der Auswertung.

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Mike (Gast) - 11. Jun, 20:29

44% ohne Wehr- bzw. Zivildienst

Zitat: "Mich verblüffte, dass sich der Großteil (44%) vor dem Ersatzdienst drückt."

2004 wurden ca. 34% aller Wehrpflichtigen ausgemustert oder aus anderen Gründen nicht zum Dienst herangezogen. Das in Debatten zur Wehrgerechtigkeit gerne angeführte Argument, früher sei diese Zahl niedriger gewesen, ist leider Unsinn: 1986 wurden etwas über 60% der wehrfähigen Männer ausgemustert bzw. nicht eingezogen. (Man muss sich diese Zahlen aus den einzelnen Jahresberichten des Wehrbeauftragten des Dt. Bundestages heraussuchen.)

Die 44% in dieser Umfrage sind also gar kein so schlechter Wert.

Thomas D. (Gast) - 11. Jun, 20:39

Dein Studium ist wohl ziemlich lange her.. ;-)

Schön, dass ihr euch die Arbeit gemacht habt und die Zahlen veröffentlicht. Wie du die Zahlen aber kommentierst ist oft - mit verlaub - totaler Quark.

Nur mal ein paar besonders dreiste Beispiele:

Gleich am Anfang, bei "ab circa 1.000 Teilnehmern spricht man von einer repräsentativen Umfrage", hat sich mir der Magen umgedreht, denn Repräsentativität hat (fast) überhaupt nichts mit der Anzahl der Teilnehmer zu tun. Bei Repräsentativität geht es darum, inwieweit die Ergebnisse tatsächlich Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit zulassen. Bei den 40% Plus-Usern der Stichprobe ist die einzige mögliche Interpretation: Die Stichprobe ist *nicht* repräsentativ für die GayRomeo-Nutzer allgemein. Sie sagt vermutlich nur etwas über deine Leserschaft aus. Wobei selbst das nicht ganz stimmt, da du viele Ostereiersucher mit in der Stichprobe hast, die evtl. nur einmalig über Google gekommen sind. Das bedeutet leider, dass man nicht wirklich sagen kann, für wen die Befragung repräsentativ ist. Schade eigentlich.

Es gibt noch andere Rätsel bei deiner Interpretation: Warum sollen z.B. 100 oder 250 Sexpartner eine übertreibung sein? Nur 18% jemals eine STD!? Da kommt es dir nicht in den Sinn, soziale Erwünschtheit als Erklärung erwähnen? Auch andere statistische Fachbegriffe verwendest du ziemlich sinnentstellend, usw. usw. Ich geb dir deshalb hier mal ein bissen Stoff um dein Studium wieder aufzufrischen. :P

http://de.wikipedia.org/wiki/Repräsentativität
http://de.wikipedia.org/wiki/Statistische_Signifikanz
http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Erwünschtheit

Was mich sehr betroffen macht, ist, dass fast 40% deiner Leser/Besucher angeben, *immer* ungeschützten Verkehr zu haben. (Mal abgesehen davon, dass auch hier die Auswahloptionen nicht so optimal waren.) Wenn man die soziale Erwünschtheit berücksichtigt bedeutet das, dass der tatsächliche Wert wahrscheinlich sogar noch höher ist. (Ähm, Leute.. hallo?!) Sowas geht mir besonders nahe, da ich vor einem Monat erfahren habe, dass mein bester Freund sich mit HIV angesteckt hat. Du hast dich genau bei diesen Zahlen davor gedrückt, überhaupt zu kommentieren. Ich würde dich bitten, das noch nachzuholen, denn über deinen Blog erreicht man scheinbar viele Leute, die für normale Präventionskampagnen nicht zugänglich sind. Wenn Reichtum verpflichtet, dann vielleicht auch Leserschaft? Ich hoffe du siehst hier vielleicht allgemein eine Verantwortung für dich. ;-)

GDmaster - 11. Jun, 23:19

Danke für den Hinweis
Die Zahlen zum Safer Sex trage ich morgen nach.

Wenn Du "Quark" entdeckst, gib mir Bescheid, ich korrigiere das umgehend. (Der Großteil des Beitrages erwähnt die bloßen Zahlen - sollte da wirklich viel Raum für Molkereiprodukte sein?)
Mein Studium läuft noch - und es hat an sich nicht viel mit Umfragen zu tun. Vielleicht habe ich mich in der ein oder anderen Wortwahl vergriffen - dreh mir doch keinen Strick daraus ;-)

Bei Wikipedia ließt man:
"Um deutschlandweit repräsentative Ergebnisse zu erhalten, müssen mindestens 1000 Personen befragt werden."
Gut - ich sollte es nicht als hinreichende sondern als notwendige Bedingung formulieren.
Wollte lediglich aussagen, dass bei genügend großen Teilchenzahlen nach den Gesetzen der großen Zahlen die Mittelwerte scharf sind.
Grob 50% der Teilnehmer kamen im Zuge der GR-Ostereiersuche.
Marius (Gast) - 11. Jun, 21:16

Also in zu der Zahl 100 oder 250 Partner. (falls sich das auf Sexualpartner bezieht).
Muss ich sagen, dass das sehr sehr leicht möglich ist.
Mein Freund ist 18 und hatte schon 40 Männer. Ich weiß auch selbst, dass das verdammt einfach is

Marius (Gast) - 11. Jun, 21:20

Und kleiner Nachtrag:
Wegen der Safer Sex Frage. Ich kann mich zwar nicht dran erinnern was ich geantwortet habe. aber die Frage und die Optionen waren verdammt unglücklich gewählt.
GDmaster - 11. Jun, 23:22

Ja - ein Grundproblem war bei der Umfrage, dass keiner von uns schon mal mit der Software LimeSurvey gearbeitet hat und wir wenig Zeit hatten.
Vor der Umfrage war mir auch nicht bewusst, wie wichtig die korrekte Fragestellung ist.
geri (Gast) - 15. Jun, 09:43

iphone

so ganz stimmt dein zitat nicht:
"Externe Anwendung für Trillian und iPhone"
So schnell wird PlanetRomeo keinen Fuß aufs iPhone kriegen. Appel ist nämlich recht pingelig, was anzügliche Anwendung angeht. Beispielsweise wurde eine Application für das Gutenberg-Projekt abgelehnt, weil es den Zugang zum Kamasutra gewährleistet. "

derzeit gibt es eine hand voll gay dating applications im itunes store, welche explizit gay dating beworben werden. von dem her wäre es für gayromeo keine problem aufs iphone zu kommen. wenn man will ;) z.b. www.grindrguy.com

GDmaster - 15. Jun, 15:53

Jupp - mir bekannt^^
siehe
http://gdtricks.twoday.net/stories/iphone-anwendung-fuer-schwule/

doch ich denke, grindr ist nicht so "freizügig" wie romeo.

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