Profil Analyse I
Sei großzügig, wenn Du andere einschätzt. Viel zu schnell wird ein Profil wieder geschlossen. "Es kommt gar nicht so selten vor, dass es mehrere Anläufe braucht, um liebenswerte Seiten an einem Menschen zu entdecken. 'Liebe auf den ersten Blick' kennen wir alle, aber sie ist kein Garant für eine langfristige Partnerschaft. Diese pflegt auf viel breiteren Säulen zu ruhen. Toleranz, Vertrauen und Offenheit, Zuverlässigkeit und Realitätssinn des Partners zeigen sich nicht an der Anzahl der Schmetterlinge im Bauch."
Nun, User erst gar nicht einschätzen zu wollen wird uns kaum weiterhelfen. Es wäre ineffizient und in einigen Fällen sogar gefährlich. Der Mensch ist nicht, was er scheint. Doch selten besser.
Um einen User einzuschätzen braucht man Erfahrung - das kommt mit der Zeit. Wichtig ist, dass Du kein falsches Bild von deinem Traummann hast.
Versuche dabei nicht in allgemeinen Kategorien zu denken: Die digitale Kommunikation ist kein Medium der Information, sondern der Formation: Sie vereinheitlicht, verbindet, verschwört. Wie eine ummantelte Passage überwand der Draht nicht Zeit und Raum, sondern linearisierte und dramatisierte sie. Die Zeit wurde nicht überwunden, sondern neu geordnet
- ("Der erste Draht zur Neuen Welt. Eine Archäologie der Zukunft." von D. Matejovski, D. Kamper, G. Weniger) Ergo besteht die Gefahr, dass wir User formieren, sie in Schubladen stecken. Denke an diese Warnung, wenn wir im Folgenden Profile werten.
Klopfe das Profil auf Gemeinsamkeiten und Soft Skills (Treue, Ehrlichkeit, ...) ab.
Fotos beachten
Schaue genau hin. Viel zu schnell glaubt man schon alles auf einer Aufnahme gesehen zu haben. Siehe dazu dieses Video über einen Kartentrick, bei welchem klar wird, wie flüchtig wir unsere Umgebung beobachten. Frage dich zum Beispiel: Sieht man im Hintergrund des Fotos seine Wohnung? Wie ist diese eingerichtet bzw. ist sie aufgeräumt? Trägt er Ringe und wenn ja an welchem Finger? Sind die Bilder aktuell?
(Scheue dich nicht davor nach aktuellen Fotos zu fragen, wenn dir die Aufnahmen zu jugendlich wirken)
Was Fotos unterhalb der Gürtellinie angeht, bringt es der Blogger Batz auf den Punkt:
Freundesliste beachten
"Zeig mir Deine Freunde und ich sage Dir wer Du bist."
Was ist ein Freund? Eine wirklich interessante Frage, denn man bekommt sehr unterschiedliche Antworten darauf. Freundeslisten geben eine Menge Aufschluss. Jeder geht unterschiedlich mit ihnen um.
Da hat man die einen, die so ziemlich jeden "verlinken". Das Internet ist für sie meist nur ein Zeitvertreib. Bei diesen Usern als Freund gelistet zu sein ist praktisch wertlos. Nicht selten handeln so User, die vergeben sind.
Es gibt jedoch auch die Jungs, welche nur ganz wenige verlinken. Im Grunde nur ihre besten Freunde. Vielleicht, weil sie schüchtern sind, sich nicht trauen jemanden nachträglich aus ihrer Freundesliste zu verbannen oder sie nehmen ganz allgemein das Leben etwas ernster.
Zur Vorsicht würde ich bei Nutzern raten, deren Freundesliste nicht einsehbar für andere ist. Meiner Meinung nach haben solche Typen entweder etwas zu verbergen oder sind paranoid.
Auch User mit ewig langen Freundeslisten wären mir suspekt. Ich würde mich fragen, ob sie noch ein Leben außerhalb der virtuellen Welt haben. Beachte bei den Romeo-Profilen die so genannte "Profilnummer". Diese dient dazu den Nutzer eindeutig zu identifizieren. Diese Nummer ist fortlaufend (Die allerersten Profile haben zum Beispiel dreistellige Nummern). Bei besonders niedrigen Profilnummern würde ich mir keine Sorgen machen, wenn ein paar mehr "Freunde" aufgelistet sind, denn sie sind ja schon eine ganze Weile mit von der Partie.
Doch nicht nur die Anzahl der Freunde ist entscheidend. Umgibt er sich mit intellektuellen oder mit affektierten Usern, oder, oder, oder...?
Viele verlinken ebenfalls Ex-Freunde und Verehrer. Von einigen wird dies explizit durch geeignete Wahl der Smileys hervorgehoben. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus möglich Rückschlüsse auf das Beuteraster und sogar den sexuellen Präferenzen des Users zu ziehen. Verlinkt beispielsweise ein 19-Jähriger ausschließlich Männer ab 30, kann dir klar sein, dass er kein Interesse an einem Jugendlichen haben wird.
Achte auf den Profiltext
Ist dieser sehr lang, zu kurz? Gibt er sich überhaupt Mühe? Zweifel sind angebracht, wenn auf stilistische Feinkostware ein bestenfalls mediokres Wortdessert à la "Haut in die Tasten, ich beiße nicht" folgt.
Regt er sich im Profil über andere Schwule auf und lästert sogar über andere? Bedenke, dass ein Mensch, der über andere lästert, nicht zögert auch über dich zu lästern, wenn Du ihm den Rücken kehrst.
Du siehst, man kann sich eine Menge Fragen beim Stöbern in Profilen stellen. Lass es mich mit Goethe sagen: "Aufmerksamkeit ist das Leben."
Mehr zum Thema findest Du hier:
Profil Analyse - Teil II
Wenn dir ein Userprofil über den Weg läuft, dass einen sympathischen Eindruck macht, stellt sich durchaus die Frage ...
Nun, User erst gar nicht einschätzen zu wollen wird uns kaum weiterhelfen. Es wäre ineffizient und in einigen Fällen sogar gefährlich. Der Mensch ist nicht, was er scheint. Doch selten besser.
Um einen User einzuschätzen braucht man Erfahrung - das kommt mit der Zeit. Wichtig ist, dass Du kein falsches Bild von deinem Traummann hast.
Versuche dabei nicht in allgemeinen Kategorien zu denken: Die digitale Kommunikation ist kein Medium der Information, sondern der Formation: Sie vereinheitlicht, verbindet, verschwört. Wie eine ummantelte Passage überwand der Draht nicht Zeit und Raum, sondern linearisierte und dramatisierte sie. Die Zeit wurde nicht überwunden, sondern neu geordnet
- ("Der erste Draht zur Neuen Welt. Eine Archäologie der Zukunft." von D. Matejovski, D. Kamper, G. Weniger) Ergo besteht die Gefahr, dass wir User formieren, sie in Schubladen stecken. Denke an diese Warnung, wenn wir im Folgenden Profile werten.
Klopfe das Profil auf Gemeinsamkeiten und Soft Skills (Treue, Ehrlichkeit, ...) ab.
Fotos beachten
Schaue genau hin. Viel zu schnell glaubt man schon alles auf einer Aufnahme gesehen zu haben. Siehe dazu dieses Video über einen Kartentrick, bei welchem klar wird, wie flüchtig wir unsere Umgebung beobachten. Frage dich zum Beispiel: Sieht man im Hintergrund des Fotos seine Wohnung? Wie ist diese eingerichtet bzw. ist sie aufgeräumt? Trägt er Ringe und wenn ja an welchem Finger? Sind die Bilder aktuell?
(Scheue dich nicht davor nach aktuellen Fotos zu fragen, wenn dir die Aufnahmen zu jugendlich wirken)
Was Fotos unterhalb der Gürtellinie angeht, bringt es der Blogger Batz auf den Punkt:
"Profile, die nur Brustbilder enthalten oder ausschließlich Lichtbilder der primären Geschlechtsorgane zeigen, gehören oftmals zu ungeouteten oder "bisexuellen" Mitmenschen, die mit ihrer sexuellen Identität nicht im Reinen sind. Chats sind oftmals sehr anstrengend, da außer "diskretem Sex ohne Anlaufzeit" wenig Gesprächsbereitschaft besteht."
Freundesliste beachten
"Zeig mir Deine Freunde und ich sage Dir wer Du bist."
Was ist ein Freund? Eine wirklich interessante Frage, denn man bekommt sehr unterschiedliche Antworten darauf. Freundeslisten geben eine Menge Aufschluss. Jeder geht unterschiedlich mit ihnen um.
Da hat man die einen, die so ziemlich jeden "verlinken". Das Internet ist für sie meist nur ein Zeitvertreib. Bei diesen Usern als Freund gelistet zu sein ist praktisch wertlos. Nicht selten handeln so User, die vergeben sind.
Es gibt jedoch auch die Jungs, welche nur ganz wenige verlinken. Im Grunde nur ihre besten Freunde. Vielleicht, weil sie schüchtern sind, sich nicht trauen jemanden nachträglich aus ihrer Freundesliste zu verbannen oder sie nehmen ganz allgemein das Leben etwas ernster.
Zur Vorsicht würde ich bei Nutzern raten, deren Freundesliste nicht einsehbar für andere ist. Meiner Meinung nach haben solche Typen entweder etwas zu verbergen oder sind paranoid.
Auch User mit ewig langen Freundeslisten wären mir suspekt. Ich würde mich fragen, ob sie noch ein Leben außerhalb der virtuellen Welt haben. Beachte bei den Romeo-Profilen die so genannte "Profilnummer". Diese dient dazu den Nutzer eindeutig zu identifizieren. Diese Nummer ist fortlaufend (Die allerersten Profile haben zum Beispiel dreistellige Nummern). Bei besonders niedrigen Profilnummern würde ich mir keine Sorgen machen, wenn ein paar mehr "Freunde" aufgelistet sind, denn sie sind ja schon eine ganze Weile mit von der Partie.
Doch nicht nur die Anzahl der Freunde ist entscheidend. Umgibt er sich mit intellektuellen oder mit affektierten Usern, oder, oder, oder...?
Viele verlinken ebenfalls Ex-Freunde und Verehrer. Von einigen wird dies explizit durch geeignete Wahl der Smileys hervorgehoben. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus möglich Rückschlüsse auf das Beuteraster und sogar den sexuellen Präferenzen des Users zu ziehen. Verlinkt beispielsweise ein 19-Jähriger ausschließlich Männer ab 30, kann dir klar sein, dass er kein Interesse an einem Jugendlichen haben wird.
Achte auf den Profiltext
Ist dieser sehr lang, zu kurz? Gibt er sich überhaupt Mühe? Zweifel sind angebracht, wenn auf stilistische Feinkostware ein bestenfalls mediokres Wortdessert à la "Haut in die Tasten, ich beiße nicht" folgt.
Regt er sich im Profil über andere Schwule auf und lästert sogar über andere? Bedenke, dass ein Mensch, der über andere lästert, nicht zögert auch über dich zu lästern, wenn Du ihm den Rücken kehrst.
Du siehst, man kann sich eine Menge Fragen beim Stöbern in Profilen stellen. Lass es mich mit Goethe sagen: "Aufmerksamkeit ist das Leben."
Mehr zum Thema findest Du hier:
Profil Analyse - Teil II
Wenn dir ein Userprofil über den Weg läuft, dass einen sympathischen Eindruck macht, stellt sich durchaus die Frage ...
GDmaster - 21. Feb, 03:00
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